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Johann Graf: Der Fleischhauer als Milliardär

Er hat zwar nicht als Tellerwäscher angefangen, sonst aber kann man die Karriere des österreichischen Neuzugangs auf der Milliardärsliste des US-Wirtschaftsmagazins „Forbes“ durchaus als typisch amerikanisch bezeichnen.

Der Fleischhauer als Milliardär Von Hermann Neumüller

Novomatic-Gründer Johann Graf gilt als ausgesprochen öffentlichtkeitsscheu. Bild: APA

Vor 32 Jahren, im Jahr 1980, begann der gelernte Fleischerhauermeister Johann Graf (65) mit dem Import von Flipper-Automaten. Als Startkapital hatte er nach eigenen Angaben etwa 50.000 Schilling (3634 Euro). Sitz des Unternehmens Novomatic Automatenhandels GmbH war schon damals der Weinort Gumpoldskirchen vor den Toren Wiens. Inzwischen ist die Novomatic-Gruppe ein Weltkonzern in der Glücksspielbranche, deren Umsatz 2011 erstmals die Marke von drei Milliarden Euro überschritten hat.

Schon 1982 gründete Novomatic die erste Vertriebsfirma in der Schweiz, und mit dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989 war Graf einer der ersten Österreicher, der den Gang in den Osten wagten. Schon in den frühen 1990ern war Novomatic in mehr als 30 Ländern tätig. 1991 gründete Graf dann die Tochterfirma Admiral-Sportwetten, die inzwischen 200 Filialen in ganz Österreich hat.

Das von Graf gegründete Unternehmen sieht sich jetzt als „einer der größten integrierten Glücksspielkonzerne der Welt“ und als „unangefochtene Nummer eins in Europa“. Derzeit beschäftigt das Unternehmen 2800 Mitarbeiter, davon 850 im Hauptquartier Gumpoldskirchen.

Ganz konfliktfrei war der Aufstieg der Novomatic-Gruppe freilich nicht. In jüngster Zeit tauchte der Name immer wieder auf, wenn in Medien von der „Skandalrepublik Österreich“ die Rede war. Selbstverständlich gilt auch für die Verantwortlichen der Novomatic-Gruppe die Unschuldsvermutung.

Graf, zu Jahresbeginn 65 geworden, lebt in Baden bei Wien und gilt als ausgesprochen öffentlichkeitsscheu. Er ist geschieden und hat drei Söhne. Der älteste, Thomas (45), arbeitet als Technologie-Vorstand bei Novomatic.

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Artikel Hermann Neumüller 09. März 2012 - 00:04 Uhr
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