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Jacline Mouraud: Die "Madonna" der Gelben Westen

Jacline Mouraud hat eine enorme Wut im Bauch.

Die "Madonna" der Gelben Westen Von Heidi Riepl

Jacline Mouraud wurde mit ihrer Wutrede auf Facebook über Nacht bekannt. Bild: Reuters

In einem selbstgedrehten Video beschimpfte die 51-Jährige daher den französischen Präsidenten: "Was machen Sie mit all der Kohle der Franzosen" fragte sie zornig und gab damit unbewusst den Startschuss für die sogenannte Bewegung der "gelben Westen". Mehr als sechs Millionen Mal wurde ihre fünfminütige Wutrede auf Facebook geteilt und verbreitet. Fast über Nacht wurde die Bretonin damit zur Ikone einer Volksbewegung, die sonst keine Chefs und Koordinatoren hat. Inzwischen wird sie als "Madonna der gelben Westen" und als "Gesicht der Revolte" gefeiert.

Dabei wirkt Mouraud nicht einmal überaus sympathisch, eher wie eine ständig unzufriedene Nörglerin. Die Mutter dreier Kinder wirft dem Präsidenten vor, für die aufs Auto angewiesene Landbevölkerung nur Verachtung zu empfinden. Mouraud schimpft auf die Abzocke durch Radarfallen, beklagt eine Jagd auf Dieselfahrzeuge oder auch eine über die Franzosen hereinbrechende Flut von Strafzetteln und spricht damit ihren Landsleuten aus der Seele, die unter der zum Jahresanfang in Kraft tretenden Erhöhung der Steuern auf Diesel und Benzin stöhnen.

Ihr Job sei gefährdet, erzählt Jacline in den Fernseh-Sendungen, in die sie plötzlich eingeladen wird. Denn als selbstständige Hypnosetherapeutin muss die begeisterte Akkordeonspielerin nach eigenen Angaben 25.000 Kilometer im Jahr mit dem Auto zurücklegen, die dann unerschwinglich teuer werden. Der Geheimdienst klopfte, so heißt es, Mourauds Vergangenheit ab, um herauszufinden, ob sie eventuell eine Parteigängerin der Rechtsextremistin Marine Le Pen sei.

Er fand allerdings nur einen Schwachpunkt: Jacline fährt einen zehn Jahre alten Geländewagen. Auf die Frage, warum sie keinen umweltfreundlichen Kleinwagen kaufen wolle, antwortete sie lapidar, sie habe kein Geld dafür. Aber sie trägt ja auch keine weiße, sondern nur eine gelbe Weste.

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Artikel Heidi Riepl 03. Dezember 2018 - 00:04 Uhr
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