Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Samstag, 23. Februar 2019, 13:34 Uhr

Linz: 2°C Ort wählen »
 
Samstag, 23. Februar 2019, 13:34 Uhr mehr Wetter »
Startseite  > Meinung  > Menschen

George Soros: Orbáns Albtraum

Ein US-Milliardär jüdischer Herkunft, der einen Teil seines sagenhaften Reichtums über Wetten gegen Währungen wie das britische Pfund begründet hat. Noch dazu sponsert der ungarischstämmige Philanthrop quer über den Globus Organisationen, die gegen Nationalismus auftreten.

Ein Spekulant, der auf eine offene Gesellschaft setzt. Bild: APA

Und er provoziert mit Aussagen wie jener, wonach die EU jährlich 300.000 Flüchtlinge aufnehmen solle. Das sind die Zutaten, die George Soros zum Lieblingsfeind von Populisten, vor allem des rechten Spektrums, gemacht haben. Viktor Orbáns Fidesz-Partei hat ihre Wahlkampagne sogar Soros "gewidmet" und dessen Privat-Uni, die Central European University, nun zur Abwanderung von Budapest nach Wien bewogen. Dort erwartet ihn der Argwohn der FPÖ, deren Klubchef Johann Gudenus heuer schon über "stichhaltige Gerüchte" philosophiert hat, wonach Soros Europa über Migration destabilisieren wolle.

Ein Blick auf Soros’ Vita zeigt ein ganz anderes Bild: 1930 in Budapest als György Schwartz geboren, erlebte er zunächst die Härten von Nationalismus und Antisemitismus am eigenen Leib. Der Vater, ein Rechtsanwalt, ließ 1936 den Namen auf Soros magyarisieren, den Holocaust überlebte die Familie dank gefälschter Papiere. 1947 konnte sich Soros nach London absetzen, wo er im Zuge eines Wirtschaftsstudiums seinem "Mentor", dem österreich-britischen Philosophen Karl Popper, begegnete. Dessen Lehre von der "offenen Gesellschaft" begleite ihn bis heute, wie der 88-Jährige, der 1956 in die USA weiterzog, betont. Mit dem Aufstieg zum schillernden Spekulanten begann sich Soros vor allem in Osteuropa als Förderer demokratischer und zivilgesellschaftlicher Kräfte zu engagieren. Das verhalf 1989 auch einem gewissen Viktor Orbán zu einem Stipendium in Oxford. Doch weil Soros’ Stiftungen auch nach dem Ende des Kommunismus nicht aufgehört haben, sich gegen Illiberalität und autoritäte Tendenzen zu richten, wurden nicht nur zwischen Budapest und Moskau sogar aus einigen der einst Geförderten erbitterte Gegner.

Kommentare anzeigen »
Artikel Lucian Mayringer 07. Dezember 2018 - 00:04 Uhr
Mehr Menschen

John Bailey: Der Problemlöser

Es scheint alles komplizierter geworden zu sein – auch die Oscar-Verleihung.

Charles Scicluna: Der Chefaufklärer des Papstes

Der maltesische Erzbischof Charles Scicluna will hart gegen Missbrauch durch Geistliche vorgehen.

Ariana Grande: Vier-Oktaven-Wunderkind

Sie ist 25, schaut aus wie 16 und hat nun einen 55 Jahre währenden Rekord gebrochen.

Mario Stecher: Ist er auch als Direktor super?

Die Skispringer im Tiefflug, den Stresstest in Form einer Heim-Weltmeisterschaft in Sichtweite – besonders ...

Trevor Traina: Wenn Träume wahr werden

Es sei "wohl wahr, dass das Treffen ohne einen Botschafter wie mich nicht angesetzt worden wäre".
Meistgelesen   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS