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Fabiano Caruana: Schach statt Schule

Wir spielen nur Schach, versuchen, uns gegenseitig zu schlagen, und gehen dann wieder getrennte Wege", sagt Fabiano Caruana über sein persönliches Verhältnis zu Magnus Carlsen.

Schach statt Schule Von Bernhard Lichtenberger

Wird er nach Bobby Fischer der zweite Amerikaner, der sich zum Schach-Weltmeister krönt? Bild: APA/EPA/WALTER BIERI

Vom 9. bis zum 28. November wird es im Holborn College in London nicht anders sein. Dann fordert der 26-jährige US-Amerikaner bei der auf zwölf Partien angesetzten Schach-Weltmeisterschaft den 27-jährigen Titelverteidiger aus Norwegen heraus.

Das Spiel der Könige fesselt den in Miami geborenen und im New Yorker Stadtteil Brooklyn aufgewachsenen Sohn eines Italo-Amerikaners und einer Sizilianerin seit seinem fünften Lebensjahr. In einem Schachkurs, der nach der Schule angeboten wurde, fiel der kleine Fabi auf. Die Eltern Lou und Santina entschieden, den Schulweg des hochintelligenten Buben abzukürzen. "Er hat enorm viel gelesen und sich quasi selbst gebildet", sagt der Vater.

Mit dem Zwölfjährigen übersiedelten die Caruanas nach Europa, wo sie bessere Entwicklungs- und Trainingschancen für ihr Wunderkind sahen, in das sie rund 50.000 Dollar pro Jahr investierten. Mit 14 avancierte der bis 2015 für den italienischen Verband startende Doppelstaatsbürger zum Großmeister. Im Jahr 2009 setzte er sich in der österreichischen Bundesliga für den SK Husek an das Brett mit 32 weißen und 32 schwarzen Feldern.

Harte Arbeit pflasterte den Weg in die Elite. "In der Zeit", gibt die aktuelle Nummer zwei der Schachwelt rückblickend zu, "hatte ich keine Freunde. Ich spielte die ganze Zeit nur Schach." In das WM-Duell geht der Perfektionist, der als "menschliche Maschine" beschrieben wird, als Außenseiter. Von 33 Spielen gegen den seit 2013 regierenden Champion konnte Caruana bei 18 Remis nur fünf gewinnen. Um Carlsen dennoch vom Thron zu stoßen, verzichtet der Amerikaner auf viel. Auch auf eine Liebesbeziehung, denn die könnte seiner Fokussierung abträglich sein.

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Artikel Bernhard Lichtenberger 08. November 2018 - 00:04 Uhr
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