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Brigitte Bierlein: Kunstsinnige Spitzen-Juristin

Die Regierung hat sich bei der Neubesetzung des Verfassungsgerichtshofs geeinigt. Vizepräsidentin Brigitte Bierlein soll wie erwartet Nachfolgerin von Präsident Gerhart Holzinger werden

Kunstsinnige Spitzen-Juristin

Dem VfGH gehören nur vier Frauen an, erste Präsidentin ist die Wienerin Brigitte Bierlein. Bild: APA

Hätte Brigitte Bierlein nicht auf ihre Mutter gehört – ihr Leben wäre wohl ganz anders verlaufen. Der zielstrebige Weg der Parade-Juristin lässt auf den ersten Blick nicht vermuten, dass die 68-Jährige ursprünglich Kunst oder Architektur studieren wollte. Ihre Mutter, ebenfalls künstlerisch tätig, habe ihr davon aber abgeraten, sagte sie einmal in einem Interview. So inskribierte sie Rechtswissenschaften und absolvierte das Studium in nur vier Jahren. Mit 26 legte sie sie Richteramtsprüfung ab und praktizierte anfänglich als Zivilrichterin mit Schwerpunkt Mietrecht.

Später spezialisierte sie sich auf das Strafrecht, das ihr "interessanter, weil lebensnäher" erschien, wie sie einmal sagte. 1990 wurde sie die erste weibliche Generalanwältin in der Generalprokuratur, der Staatsanwaltschaft am Obersten Gerichtshof (OGH). 2003 folgte der erste große Karrieresprung: Bierlein wurde vom damaligen ÖVP-Kanzler Wolfgang Schüssel als Vizepräsidentin des Verfassungsgerichtshofs (VfGH) vorgeschlagen.

Seit der Pensionierung von Gerhart Holzinger Ende 2017 führt die stets elegant gekleidete Juristin, die eher rechts der Mitte steht, das Haus an der Wiener Freyung interimistisch, gestern sprach ihr zum zweiten Mal eine ÖVP-FPÖ-Regierung das Vertrauen aus: Bierlein ist die erste Frau, die dem VfGH als Präsidentin vorstehen wird. Nächstes Jahr wird Brigitte Bierlein 70: Dann muss sie aus dem VfGH ausscheiden – und findet wohl noch mehr Zeit, ihrer Vorliebe für Kunst zu frönen: Bierlein, die mit einem pensionierten Richter zusammenlebt und keine Kinder hat, sammelt Werke zeitgenössischer Künstler, Theater- und Opernbesuche stehen regelmäßig auf dem Programm.

Dass sie sich gegen eine Künstlerlaufbahn entschied, hat die Juristin nicht bereut: Am Richteramt fasziniere sie der Kampf gegen Ungerechtigkeiten. Man müsse sich aber stets vor Augen führen, "dass es absolute Gerechtigkeit nicht gibt".

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Artikel Elisabeth Prechtl 22. Februar 2018 - 00:04 Uhr
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