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Anna Durizkaja: Beim Attentat an Nemzows Seite

Sie spazierte mit ihrem Lebensgefährten Boris Nemzow nach einem Essen in einem Restaurant gerade durch das nächtliche Zentrum Moskaus – als sich das Paar gerade auf der Großen Moskwa-Brücke in Kreml-Nähe bewegte, stoppte ein Auto. Der oder die Täter sprangen heraus, eröffneten das Feuer und töteten Nemzow.

Anna Durizkaja blieb unverletzt – ist aber traumatisiert.

Die 23-Jährige aus der Ukraine rief in ihrer Verzweiflung sofort ihre Mutter an: "Sie weinte und sagte, dass Boris erschossen worden sei. Ich sagte ihr, dass sie auf die Polizei warten und deren Fragen beantworten soll", so die Mutter zur britischen Zeitung "Daily Mail". Tatsächlich wurde das Modell gleich zum Verhör mitgenommen, das bis fünf Uhr in der Früh gedauert haben soll.

Kreml-nahe Medien in Russland haben die 23 Jahre alte Ukrainerin, die seit drei Jahren mit Nemzow liiert war und mit ihm abwechselnd in Moskau und Kiew gewohnt hat, gestern als mögliche Täterin präsentiert. So sollen Eifersucht und ein handfester Streit mögliche Motive gewesen sein. Denn Durizkaja soll ein Kind von Nemzow erwartet haben – und auf seine Veranlassung hin im Dezember 2014 in der Schweiz eine Abtreibung durchführen haben lassen. Durizkajas Mutter bestätigt die Abtreibung, sagt aber: "Ich wusste es. Aber ich habe weder mit ihr noch mit ihm deswegen gestritten." Dennoch sollen Durizkajas Eltern gegen die Beziehung mit dem um 32 Jahre älteren Nemzow gewesen sein.

Die Freunde des Fotomodells zeigten sich nach den stundenlangen Verhören besorgt. Einer von ihnen sagte laut "Daily Mail": "Sie ist das Opfer von fürchterlichen Unterstellungen, während sie trauert. Es sieht aus wie eine Hetzkampagne."

Die russischen Behörden würden versuchen, sie in den Mord zu verwickeln. Die Freunde fürchten nun auch um die Sicherheit des Modells. Schließlich könnte es auch sein, dass die Ukrainerin zur Identifizierung des Täters oder der Täter beitragen kann.

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Artikel Clemens Schuhmann 02. März 2015 - 00:04 Uhr
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