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Von Moscheen und dem Problem der Hausärzte

Um es gleich vorwegzunehmen: Natürlich ist es legitim und notwendig, dort zu handeln, wo Extremismus Demokratie gefährdet.

Von rechtsstaatlicher Seite her betrachtet ist das nur allzu verständlich. Wenn zum Beispiel von bestimmten Moscheevereinen Demokratiefeindliches und Menschenverachtendes ausgeht, hat man das Recht und auch die Pflicht, zu reagieren. Auf der Sachebene stimme ich dem voll zu. Und dennoch habe ich Unbehagen, wie hier von politischen Verantwortungsträgern mit dem Thema Islam auf der „Stimmungsebene“ umgegangen wird.

Islam wird im politischen Diskurs überwiegend als Problemfall dargestellt. Übersehen und übergangen wird dabei, wie sich viele Muslime selbstverständlich an die Gesetze halten und sich als Teil dieser Gesellschaft entsprechend einbringen. Was spricht eigentlich dagegen, sich im Vorfeld der geplanten und notwendigen Maßnahmen zunächst einmal an den Großteil jener Muslime und Verantwortlichen der Moschee-Vereine zu wenden und sich bei diesen zu bedanken, dass sie gute Staatsbürger, verlässliche Steuerzahler, kompetente Arbeitskollegen, faire Sportkameraden oder pflichtbewusste Zivildiener bzw. Wehrpflichtige sind?

Wenn man dann politisch vor diesem Hintergrund die geplanten Maßnahmen vorstellt und einfordert, dann ergäbe sich ein weitaus differenzierteres (Stimmungs-)Bild.

Ja mehr noch – man kann wohl mit einem großen Verständnis der Muslime in unserem Land für diese Schließungsmaßnahmen rechnen.

Ich befürchte allerdings, dass längst ein Pauschalverdacht in unserer Gesellschaft in Gang gesetzt ist – verbunden mit der Botschaft: Eigentlich wollen wir keine Muslime, egal wie sie sich gesellschaftlich einbringen. Ich würde mir daher wünschen, (nicht nur) beim Thema Islam im doppelten Sinn besser hinzuschauen: hinzuschauen, wo es tatsächlich gefährliche Entwicklungen gibt, und zugleich auch all das wieder in den Blick zu rücken, was tagtäglich gut gelingt.

Dr. Stefan Schlager, Pichl bei Wels

 

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Artikel 10. Juni 2018 - 19:06 Uhr
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