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Tschechoslowakei

Die OÖN berichteten vom bevorstehenden Jubiläum der Proklamation der Tschechoslowakei.

Getrübt wird dieses an sich freudige Ereignis durch einen gravierenden Fehler bei der Staatsgründung im Jahre 1918, der später viele unschuldige Opfer zur Folge hatte.

Der Fehler war, dass bei der Festlegung des Staatsgebietes keine Rücksicht auf ethnische Verhältnisse genommen wurde und eine Grenzziehung erfolgte, die zu einem problematischen Mehrvölkerstaat mit Tschechen, Slowaken und einer gut 20-prozentigen deutschsprachigen Minderheit (den Sudetendeutschen) führte.

Tschechen und Slowaken wollten aber einen eigenen Staat, und die Sudetendeutschen fühlten sich benachteiligt. 20 Jahre nach der Staatsgründung (gemäß Münchner Abkommen) musste die Tschechoslowakei die deutschsprachigen Gebiete ans Deutsche Reich abtreten – und nach dem verlorenen 2. Weltkrieg folgte für drei Millionen Sudetendeutsche die Katastrophe.

Ganze Familien, Männer, Frauen, Kinder, Junge, Alte und Kranke wurden mit Todesmärschen oder mit Viehwaggons aus ihrer jahrhundertelangen Heimat geschafft, und viele, viele Unschuldige mussten unbändigen Hass mit unbeschreiblichen Grausamkeiten ertragen, wie schwerste Misshandlungen in Gefängnissen und Konzentrationslagern bis hin zu Todesurteilen durch illegale Volksgerichte samt Hinrichtungen.

Das ebenfalls im Jahr 2018 eintretende 25-jährige Jubiläum der friedvollen Teilung der früheren Tschechoslowakei soll nicht über die Fehler bei der Staatsgründung vor 100 Jahren und die schweren Verbrechen an der Sudetendeutschen Bevölkerung hinwegtäuschen.

Ing. Franz Bayer, St. Florian bei Linz

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Artikel 02. Januar 2018 - 19:23 Uhr
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