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„Sie hat keine Familie, die sie tröstet“

Die Welt und auch ich haben die Rettungsaktion für die thailändische Fußballmannschaft und deren Trainer verfolgt und auf den erfreulichen Ausgang gehofft.

Und doch … Warum rührt uns das Schicksal dieser jungen Menschen mehr als das von Jugendlichen, die übers Mittelmeer aus schwerster Armut, vor Krieg und Verfolgung fliehen, Misshandlungen erleben und die tage- und wochenlang in Todesbedrohung ausharren?

Die Medien stellen mir die Frage: Welche Folgen haben die thailändischen Jungs für ihr Leben zu erwarten? Wenn alles gut geht, ihre Eltern sie auffangen, trösten, mit ihnen reden und Therapeuten mit ihnen die Tage in Angst aufarbeiten, wird das Erlebte ein Ereignis bleiben und keine schwerwiegenden Folgen hinterlassen.

Gestern saß mir ein Mädchen gegenüber, das – in Afghanistan aufgewachsen – dort erleben musste, wie der Vater von Bomben zerfetzt wurde. Es ist dann mit knapp 15 Jahren geflüchtet, hat auf dieser Flucht buchstäblich Unsagbares erlebt und jetzt vor kurzem erfahren, dass seine Mutter verstorben ist. Diese junge Frau hat keine Familie, die sie tröstet, in den Arm nimmt, ja nicht einmal ein Land, das ihr uneingeschränkt Sicherheit gewährt. Als ich sie fragte, was sie sich wünschen würde, damit ihre Hoffnungslosigkeit enden könnte, sagte sie zuerst lange nichts und dann ... „so etwas wie eine Mama“!

Jugendliche wie dieses junge Mädchen brauchen unsere Wärme und dürfen (nach begonnener Berufsausbildung) nicht ins zerbombte Nirwana zurückgeschickt werden. So sehr das Wohlwollen für die Thais zu begrüßen ist: Die Tickets für die Fußball-WM brauchen sinnbildlich gesprochen andere.

Prim. Dr. Michael J. Merl, per E-Mail

 

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Artikel 11. Juli 2018 - 18:25 Uhr
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