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Der harte Wettbewerb um die Ärzte

Bei der Gesundheit braucht es Mut und ein besseres politisches Klima.

Arzt Ärztekittel

(Symbolfoto) Bild: colourbox.com

Der Arzt als Traumberuf: Bis vor zehn Jahren hätte das jeder unterschrieben. Damals wurde teilweise sogar vor einer Ärzteschwemme gewarnt. Studienabgänger müssten als Taxifahrer über die Runden kommen, bevor sie einen Job als Mediziner bekommen. Doch das Blatt hat sich gewendet, obwohl Ärzte im Ansehen der Bevölkerung weiter führend sind. Heute gibt es in Oberösterreich unbesetzte Kassenstellen. Der Ärztemangel bedroht in den nächsten Jahren die flächendeckende Versorgung – jedenfalls bei den Hausärzten auf dem Land.

Erschwerend kommt hinzu, dass sich das Problem in ganz Europa ausbreitet. Der Wettbewerb um die Ärzte wird härter. "Ich bekomme laufend Angebote von Krankenhäusern aus Budapest bis Hamburg", sagt ein Linzer Facharzt. Weil er so gern hier lebe, wechsle er aber nicht ins Ausland. Viele andere tun das sehr wohl. In Teilen Deutschlands ist die Lage auch in den Spitälern prekär – anders als derzeit in Oberösterreich. Angesichts der Knappheit beim Ärzteangebot könnten über kurz oder lang jedenfalls Marktmechanismen greifen: Die Preise für die Ärzte – die Honorare – steigen.

So weit die Diagnose und die möglichen Folgewirkungen. Bei der Frage der Ursachen für den Ärztemangel und der richtigen Behandlung des Problems tut sich Österreich schwer. Verschiedene Interessenlagen zwischen Bund, Ländern, Sozialversicherungen, Ärzte- und Apothekerkammern prallen aufeinander. Symbolhaft: Gebietskrankenkasse und Ärztekammer arbeiten zwar eng zusammen. Fragt man jedoch nach den derzeit unbesetzten Stellen, bekommt man von den Systemträgern unterschiedliche Zahlen.

Die von Land und Kassen forcierten Primärversorgungszentren im niedergelassenen Bereich stoßen bei manchen Ärzten auf Skepsis. Deren Vertreter fordern unter anderem mehr Medizinstudienplätze und attraktivere Rahmenbedingungen. Land und Spitäler sehen Probleme bei den Öffnungszeiten der Hausärzte. Und die Bundesregierung hat sich mit der Sozialversicherungsreform sowieso jede Menge Zorn zugezogen.

Unbestritten ist, dass in den nächsten Jahren viele Ärzte in Pension gehen werden und der Nachwuchs rar ist. Um die großen Herausforderungen im elementaren Bereich der Gesundheit zu meistern, braucht es Mut der Entscheidungsträger, aber auch ein besseres politisches Klima.

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Artikel Alexander Zens 11. Juli 2018 - 00:04 Uhr
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