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Flüchtlingstragödie: Parndorf liegt am Mittelmeer

Dutzende Menschen, erstickt in einem Lastwagen, offenbar seit Tagen tot, das Schlepperfahrzeug auf einem Pannenstreifen abgestellt: Eine Tragödie, die traurig und wütend macht.

Was wir bisher aus den TV-Nachrichten von den Bootsflüchtlingen kannten, ereignete sich jetzt auf der Route von Ungarn ins Burgenland.  

Parndorf liegt plötzlich am Mittelmeer.

In den vergangenen Tagen hatte sich die Situation im Bezirk Neusiedl bereits verschärft. Viele Schlepper hatten die Bahn als Transportmittel gewählt. Wenn die Züge zur Kontrolle angehalten wurden, setzten die Schlepper die Flüchtlinge aus, die sich dann zu Fuß auf den Weg nach Wien machten.

Ein lebensgefährliches Vorgehen, das zeigt: Schlepper kümmern sich einen Dreck um Menschenleben.

Die vielen Toten im Lkw sind der letzte Beweis.

Jetzt ist die Betroffenheit zu Recht groß.  Nach den gewissenlosen „Fluchthelfern“ wird gefahndet.

Was ist zu tun, um solche Dramen künftig zu verhindern?

Es gibt auf diese Frage keine einfache Antwort, keine Erlösungsformel.

Die Politik muss an mehreren Stellen ansetzen.

Ein Schwerpunkt sollte die Bekämpfung der Flucht-Ursachen sein. Die Probleme müssen dort angegangen werden, wo sie entstehen.

Wir haben es in Syrien, Eritrea etc. nicht mit unabänderlichen Naturereignissen zu tun, sondern mit Ursachen, die zu benennen sind. Kein Syrer, kein Eritreer will unter allen Umständen sein Land verlassen. Auch Libyen hat kein – von welchem Gott auch immer gewolltes – Schicksal.

Die Europäer und andere (UN, US, Arabische Liga etc.) werden um ein robustes Mandat zur Bekämpfung der Ursachen nicht herumkommen, wenn sie die aktuelle Entwicklung ändern oder mildern wollen.

Das braucht Entschlusskraft und vor allem Zeit.

Die Flüchtlingsströme werden vorerst weitergehen. Darauf muss Europa durch eine abgestimmte Asylpolitik reagieren. Es kann nicht sein, dass drei, vier EU-Staaten, darunter Österreich, die Masse der Flüchtlinge aufnehmen. Tragödien wie jene im Burgenland müssen europaweit ein Umdenken bewirken.

Im Inland ist Solidarität gefragt, Solidarität mit jenen, die Anspruch auf Schutz haben, und mit jenen, die für diesen Schutz sorgen.

Wer versucht, mit diesem Problem politisches Kleingeld zu machen, sollte bei den Wahlen abgestraft werden.

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Artikel Christoph Kotanko 27. August 2015 - 13:49 Uhr
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