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An Behinderung leiden?

Jedes Jahr ziehen sich in Österreich etwa 200 Menschen bei Unfällen eine Querschnittlähmung zu. Diese Unfälle sind in der Regel nicht spektakulär – wie bei „Wetten, dass ...?“, sondern haben banale, alltägliche Ursachen.

Sie passieren mit Auto, dem Motorrad, zu Fuß, im Berufsleben, beim Skifahren oder beim Springen in den Badesee.

Praktisch alle Verletzten kommen nach einem Aufenthalt in einem Krankenhaus in ein Rehabilitationszentrum, um sich dort an das Leben im Rollstuhl zu gewöhnen und dabei den Weg vom hilflosen Pflegefall zu weitgehender oder völliger Selbstständigkeit zu gehen. Krankenhaus und Rehabilitation dauern etwa vier bis sechs Monate.

In dieser Zeit durchlaufen Patienten eine tief gehende Krise, haben sich doch nicht nur die Art der Fortbewegung, sondern auch das Erscheinungsbild und vor allem die Fähigkeiten stark verändert.

In der ersten Phase dieser Krise verweigert man sich der Realität und hofft, dass die Lähmungen wieder verschwinden. Es folgen Phasen der Aggression und der Depression, wenn so nach und nach durchsickert, dass man sich an einen bleibenden Zustand gewöhnen wird müssen.

Ein Wendepunkt wird erreicht, wenn man sich mit der neuen Situation auseinandersetzt und akzeptiert, dass manches, was vorher selbstverständlich und unbeachtet war, nicht mehr geht. Krisen wie diese durchlaufen wir immer wieder im Leben, Ursachen können Trennungen, Todesfälle, Krankheiten oder der Verlust des Arbeitsplatzes sein. In den meisten Fällen verarbeiten wir diese Erlebnisse und lernen mit neuen Gegebenheiten umzugehen.

Nach und nach rückt der Alltag in den Vordergrund. Man listet nicht mehr auf, was man verloren hat. Man wandelt sich vom Behinderten, der an seinen Einschränkungen leidet, zum Menschen, der man vorher war. Man arbeitet, geht einkaufen, lebt ein normales Leben, mit anderen Voraussetzungen. Der Rollstuhl ist nur ein Merkmal eines Menschen, ein Fortbewegungsmittel, das man braucht, weil man nicht mehr gehen kann, neben anderen Einschränkungen. Aber diese Behinderung machen nicht die Persönlichkeit aus. Menschen sind also nicht in erster Linie Behinderte, sondern genauso gut Angestellte, Chefs, Eltern, Autofahrer, Hobbysportler, Kunden, Studenten und vieles andere mehr.

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Artikel Christoph Etzlstorfer, Behindertensportler 24. Februar 2012 - 00:04 Uhr
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