Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Dienstag, 18. Dezember 2018, 22:45 Uhr

Linz: 2°C Ort wählen »
 
Dienstag, 18. Dezember 2018, 22:45 Uhr mehr Wetter »
Startseite  > Meinung  > Blogs  > Wein-Blog

Junge Wilde und deren Leitwölfe

Sie sind jung, wild, entschlossen und bestens ausgebildet: die nächste Generation der Erfolgswinzer.

Wein-Blog

Die legendäre Lage Gebling bei Rohrendorf Bild: Weingut Thiery-Weber, Artur Toifl

Noch für ihre Vorgänger wäre es undenkbar gewesen, wegen einer Weinpräsentation nach Los Angeles oder Singapur zu fliegen. Diese Generation hätte auch nie daran gedacht, ein Praktikum in Italien, Frankreich oder Südafrika zu machen. Die Zeiten haben sich nach den 80er Jahren grundlegend geändert. Waren es zu der Zeit eine Handvoll Winzer, welche sich ins Zeug gelegt haben, um dem österreichischen Wein ein neues Image zu verleihen, so ist die jetzige junge Winzerszene voller Tatendrang, um neue Wege zu beschreiten.

Biologisch, biodynamisch und was weiß ich noch alles sind längst gewohnte Bezeichnungen. Herbizide, Pestizide ade! Man geht im positiven Sinne „über den Rubikon“ und setzt dabei neue Maßstäbe in der Pflege der Weingärten, in der Kellertechnik sowieso und trotz aller Gegensätze ein paar Schritte „back to the roots“. Man wundere sich nicht, wenn im Weingarten anstatt des Traktors wieder mit einem Pferdegespann der Boden gelockert wird.

 

Wein-Blog

Weinmacher Artur Toifl – einer der Protagonisten der „Jungen Wilden Winzer“

Einer der Protagonisten der Vereinigung „junge, wilde Winzer“ ist der Rohrendorfer Artur Toifl vom traditionsreichen Weingut Thiery-Weber, mit seiner speziellen Philosophie des Weinmachens. Er ordnet seine Weine ganz komparatistisch zwischen dem simplen Gedudel diverser Radiostationen und den zwölftonigen Kompositionen der Musikavantgarde ein. Kein Mainstream, aber auch keine Experimente. Seit 2006 rockt Artur Rohrendorf und Umgebung.

Balance ist für ihn alles: später im Wein sowieso, erst aber im Weingarten – dafür verzichtet er auf die schon dargestellten Spritzmittel und setzt auf intensive Begrünung, kontinuierlichen Humusaufbau und Biodiversität zwischen den Rebzeilen. Gelesen wird grundsätzlich immer per Hand, was den Vorteil der Selektion in sich birgt und den Nachteil, dass man gelegentlich auch mal ein paar Trauben übersieht. Der Most der weißen Trauben landet nach einer kurzen Maischestandzeit im Edelstahltank und ruht danach je nach Sorte bis zu einem Jahr auf der Feinhefe. Die roten Interpretationen landen in Holzfässern, Zweigelt in großen, Cabernet Sauvignon – für den man eine gewisse Reputation genießt – im Barrique.

Bei allen Weinen steht die Lebendigkeit und der Trinkspaß im Vordergrund.  Genauso soll handwerklich gemachter Wein sich präsentieren. Industriell gefertigte Weinprodukte gibt es ohnehin zuhauf.

Kommentare anzeigen »
Artikel Hans Stoll 03. Oktober 2016 - 06:51 Uhr
Mehr Wein-Blog

Johannes Trapl – der Carnuntumer Purist und Biodynamiker

Es war mehr als ein Gebot der Stunde, als Johannes Trapl ab 2010 seine Weingärten und in der Folge den ...

Anton Bauer: Feuersbrunner Exportkaiser

Das beinahe 30 Hektar große Weingut des Anton Bauer befindet sich direkt in Feuersbrunn am Wagram.

Senftenberger Urgesteine – die Proidls

Die Winzerfamilie Proidl steht dazu, "Wein Bauern" und nicht Wein Fabrikanten zu sein.

Weingut Sigl – ein Rossatzer Schmuckstück

Gut 30 Flusskilometer links und rechts der Donau sind es, welche das Weltkulturerbe Wachau prägt.

Weingut Hundsdorfer – die Neckenmarkter im Erfolgslauf

Das dieses Weinjahr allgemein bei den Winzern viel Freude bereitet, ist quer durch das Land kein Geheimnis.
Meistgelesen   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS