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Nackte Tische und andere Gefahren

Manche fühlen sich verpflichtet, den Gürtel nun enger zu schnallen. Muss aber deshalb auch der Tisch aussehen, wie ein Stillleben bei Bettelmönchen?

Ganz und gar nicht. Ich bin nämlich ein Fan zauberhaft gedeckter Tische. Ich bin für Opulenz. Ich liebe nichtsnutzig weißen Damast, verschwenderisch  gefaltete Servietten, üppig erblühte Rosen und den Luxus eines Fischmessers, wenn Fisch serviert wird.

Leider sieht die Realität oft anders aus. Nackte Tische zeigen Resopal-Platten, die nur dürftig optisch auf Holz machen. Nur wenn man Glück hat gibt´s dazu ein Streifchen Stoff, das bei uns zu Hause bestenfalls als Tisch-Mittelläufer durchginge. Dazu gesellen sich Papierservietten, natürlich ungefaltet, die nicht immer eine  mundgerecht ausreichende Größe haben. Manchmal steht auch ein Kaktus drauf oder ein anderes, scheintotes Gewächs. Der Purismus geht  oft auch auf dem Teller weiter. Die mir lieb gewordene Beigabe eines  Salatblattes mit rotem Paprika, Orangenscheibe, Petersilie oder geraffelten Karotten als optischem Aufputz ist offenbar vermaledeit und fast ausgestorben. Mir gefällt's.

Eine Ausnahme der um sich greifenden, trendig-puristischen Tischkultur ist etwa Göttfried in der Linzer Altstadt. Er deckt in Stoff und wie damals. Auch der Klosterhof an der Landstraße fiel mir kürzlich positiv auf. Blitzsaubere, schön dekorierte Gaststuben, farblich passende Papierservietten…

Nur damit Sie mich nicht missverstehen. Von überladenen Tischen und solchen, die mit drei Werbeaufsteller oder mehr um unser Geld buhlen, halte ich nichts. Aber darf's nicht ein bisserl mehr Tischkultur sein? 

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Artikel Karin Haas 10. Januar 2017 - 06:31 Uhr
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