Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Montag, 23. Juli 2018, 15:52 Uhr

Linz: 26°C Ort wählen »
 
Montag, 23. Juli 2018, 15:52 Uhr mehr Wetter »
Startseite  > Meinung  > Blogs  > Slow Food

Mein Bier gebe ich nicht her

Die Übernahme von SABMiller durch Anheuser-Busch hat auch eine positive Seite. Es entstehen immer mehr Handwerksbrauereien, die sich von der Einheitsmasse abheben.

Jedes dritte Bier kommt in Zukunft aus einer Brauerei des fusionierten Konzerns (die OÖN berichteten).

Freilich kann man Trübsal blasen und sich dem ausliefern. Oder man unterstützt die kleinen Brauereien, die es nach wie vor schaffen und sich durch Qualität auszeichnen. Der gelernte Braumeister Ludwig Narziß leitete jahrelang die Versuchs- und Lehrbrauerei Weihenstephan und prägte den TU-Lehrstuhl für Technologie mehr als 25 Jahre lang. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung forderte auch er wieder mehr unterschiedliche Biere. Die Entwicklung einer permanenten Konzentrierung von Brauereien sieht er sehr kritisch: „Die Biere werden einheitlicher, sie werden oft von "oben", von der Konzernleitung herunter, festgelegt. Der Einkauf erfolgt zentral, um Synergieeffekte auszunutzen. Eine zu enge Preisschraube wirkt sich auf die Anbauflächen von Gersten und anderen Braugetreide-Arten aus, sie nimmt ab. Beim Hopfen war dies genauso, bis durch die Craftbrauer eine neue, starke Nachfrage entstand.“

Genau diese handwerklichen Brauereien kann man privat durch den individuellen Genuss unterstützen. Aber auch viele Gastronomen sehen inzwischen das Potential und verabschieden sich von bekannten Marken und bieten eine erfrischende Auswahl an Bieren an.

Freilich wird der Dschungel immer undurchsichtiger und selbst profunden Bierkennern erschließt sich nicht mehr, welche „kleine“ Brauerei mittlerweile zu einem Konzern gehört. Das Magazin „DerSpiegel“ hat vor kurzem einen Versuch unternommen, einen Überblick darüber zu geben. In Oberösterreich verhält sich die Sache ein wenig anders, aber zumindest gibt es sie noch: Die unabhängigen kleinen Brauereien, die es wert sind gestärkt zu werden. Mit jedem Schluck Bier trägt man dazu bei oder man entschließt sich anders und unterstützt einen Konzern.

Prost!

Kommentare anzeigen »
Artikel Philipp Braun 24. Oktober 2015 - 13:39 Uhr
Mehr Slow Food

65 Leberkässemmeln zuviel

Köche setzen immer öfter auf Gemüse.

Afrikanisches Lebensgefühl

Die Gemeinschaften aus Kenia leben die Slow Food Philosophie.

Sommerrolle vorwärts

Hunger auf Sommer? Dann probieren sie doch diese vietnamesische Spezialität.

Das wiederbelebte Wirtshaus

40 Jahre lang war es geschlossen, jetzt sperrt der Bäckerwirt in Ebensee wieder auf.

Aus dem Leben im Hühnerstall

Schauplatz bringt Farbe ins triste Hühnerleben und erklärt die Zusammenhänge.
Meistgelesen   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS