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Der Weltraum ist ein guter Ort für Roboter

Während in der Silvesternacht weltweit Millionen von Menschen Milliarden von Euro in Form von zum Absturz verdammten Raketerln gen Himmel schossen, waren andere (mit besser aggregierter Schubkraft) schon fast beim Mond angekommen. Donnerstag früh ist die chinesische Sonde Chang’e 4 dann als erste in der Geschichte auf der erdabgewandten Seite des Mondes gelandet. Mit an Bord hatte sie das Roboterfahrzeug Jadehase 2, das nach der chinesischen Legende des Mondhasen benannt ist, aber anstatt zu hoppeln auf sechs Rädern über den Erdtrabanten fahren wird, um Bodenproben einzusammeln und mittels Radar den Monduntergrund zu erforschen.

Wenngleich Hasen bis dato selten dabei waren: Die Vorstellung, dass uns Roboter verschiedenster Gestalt in der Weltraumerkundung begleiten, hat eine lange Tradition. In Science Fiction gibt es unzählige Roboterfiguren im All – von Astroboy mit seinen roten Raketenstiefeln bis zum allseits beliebten R2-D2 aus Star Wars oder weniger angenehmen Zeitgenossen wie der Maschinenintelligenz HAL aus Kubricks Space Odyssey. Auch in Wirklichkeit waren bereits viele Roboter an Weltraummissionen beteiligt, darunter Mars- und Mondrover, die dem Jadehasen 2 ähneln, oder der Sprachassistent Cimon, eine Art schwebende Alexa für Astronauten auf der ISS.

Interessant ist jedenfalls, dass Roboter außerhalb der Erdatmosphäre etwas sind, was sehr viele Menschen als gute Idee empfinden. Laut einer Studie der EU-Kommission, bei der vor ein paar Jahren 27.000 Europäerinnen und Europäer befragt wurden, ist die Weltraumforschung nämlich unser allerliebstes Einsatzgebiet für Roboter. Sogar die Haushaltsreinigung – traditionell eine Domäne, in der es (wen wundert’s) viel Offenheit für Technik gibt – ist dahinter abgeschlagen. Wer meint, eine erhebliche Zahl an Menschen würde Roboter eben gern zum Mond schicken, weil sie ihnen irdisch auf die Nerven gehen, mag zum Teil recht haben. Andererseits steht außer Frage, dass autonome Maschinen im Weltraum tatsächlich sehr sinnvoll sind. Der Jadehase muss auf dem Mond beispielsweise Temperaturen von minus 160 bis plus 130 Grad aushalten. Nichts, was man einem Menschen wünschen würde, und sei er noch so finnisch und damit frost- wie saunaerprobt.

Außerdem: Irgendwann wird die Menschheit im Sinne ihres Fortbestands zweifellos interplanetar umziehen müssen. Da schadet es nicht, eine mechanische Vorhut schon frühzeitig testen zu lassen, wo im All theoretisch Kartoffeln wüchsen. Ja, auch eine solche Einpflanzmission hat die chinesische Sonde auf dem Mond. Und wer weiß: Vielleicht löst der Mondapfel den Erdapfel eines fernen Tages als Beilagenliebling ab.

 

Martina Mara ist Professorin für Roboterpsychologie an der JKU. E-Mail: mara@nachrichten.at

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Artikel Martina Mara 05. Januar 2019 - 00:04 Uhr
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