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Können die Black Wings den Umbruch schaffen?

Bei den Liwest Black Wings vollzieht sich derzeit ein Total-Umbruch. Ein paar Gedankenanstöße.

Die Führungsriege der Black Wings mit Manager Christian Perthaler und Präsident Peter Freunschlag. Bild: GEPA pictures/ Walter Luger

16 Abgänge. Noch nie gab es im Lager der Black Wings so viele. Damit haben nach der abgelaufenen Saison nicht viele gerechnet. Abgänge ja, aber zwei Drittel des Kaders einfach weg? Verlieren die Black Wings jetzt die Identitätsfiguren? Jein. Brian Lebler, Mike Ouzas, Rick Schofield, Dan DaSilva, Jonathan D'Aversa und Mario Altmann bleiben in Linz. Sie sind die einzigen, die bereits mehr als eine Saison an der Unteren Donaulände auf dem Buckel haben. Außerdem gibt es mit Gerd Kragl, Laurens Ober, Stefan Gaffal und Stefan Freunschlag junge Linzer aus dem Nachwuchs, die den Black Wings die Treue halten.

Dass gehandelt werden musste steht aber außer Frage. Denn eigentlich darf es als Überraschung gewertet werden, dass die Linzer mit einer vergleichsweise ziemlich alten und langsamen Mannschaft so weit vorstoßen konnten. Der Umbruch ist nachvollziehbar und soll eine neue Ära einleiten.

Als Hintergrundwissen sei erwähnt, dass sich Trainer Troy Ward um die Import-Spieler kümmert, Manager Christian Perthaler um die Österreicher. Natürlich in beiderseitigem Einverständnis. Die finanziellen Dinge hat Präsident Peter Freunschlag über. Er führte die Vertragsverhandlungen mit den Spielern, die verlängern sollten.

Wie kam der große Umbruch also zustande?

Transfers nach Spielerwunsch: Nachvollziehbar sind die Abgänge von Philipp Lukas und Fabio Hofer. Der eine hat seine ehrwürdige Karriere beendet, der andere wechselt in eine bessere Liga (Schweiz). Kevin Moderer erhielt zu lange keine Signale von den Black Wings und unterschrieb voreilig in seiner Heimat Graz - zur Planungssicherheit und zum Wohle seiner nun vierköpfigen Familie. Und auch Lukas Haudum wechselte nach kurzer Zeit im Kader wegen einer Klausel (verständlicherweise) in die zweite schwedische Liga. Bis hierhin alles erklärbar. Wenig später wurde auch das Karriereende von Robert Lukas bekannt gegeben. Der hätte mit einer weiteren Saison geliebäugelt, wurde aber davon überzeugt, dass seine ihn künftige Funktion im Nachwuchs bereits jetzt brauche. Wohl auch, um den beiden jungen Verteidigern Kirchschläger und Kragl mehr Eiszeit zu ermöglichen. Dass sich Kirchschläger nun nach Graz verabschiedet hat ist doppelt bitter. Zum einen, weil man eigentlich zwei Verteidiger verliert, und zum anderen, weil Kirchschläger ein Spieler ist, der das Punktekonto der Linzer aufgrund seines jungen Alters nicht belastet hätte. Angeblich wegen ein paar Tausend Euro auf zwei Jahre (laut Präsident Peter Freunschlag). Laut Kirchschläger habe Geld jedoch keine Rolle gespielt - die Wahrheit wird wohl irgendwo in der Mitte liegen.

Transfers nach Trainerentscheid: Dann wären da noch die Abgänge der Legionäre Marc-Andre Dorion, Sebastien Piche, Joel Broda, Shane O'Brien, Marc Naclerio und Jake Dowell. Vor allem Piche und Dorion hatten nicht ihre beste Saison in Linz Trainer Ward hat sich aber relativ schnell nach der Saison entschlossen, wer bleiben darf und wer den Hut nehmen muss. Eines ist aber klar: Transfer-Flops a la Marc Naclerio können und werden Ward bei einem Umbruch über kurz oder lang den Job kosten. Darum ging Ward auf Nummer sicher und verpflichtete gleich drei Legionäre aus der EBEL (Kapstad, Brocklehurst, Hickmott). Die müssen in der neuen Saison liefern - dass sie das können, haben sie bereits bewiesen.

Transfers wegen Punkten: Nicht vergessen darf man die Abgänge von Florian Janny, David Franz, Bernhard Fechtig. Janny, Fechtig und Franz kosten durch ihr Alter Punkte, die man von Vereinsseite her nicht für die drei freihalten wollte. 

Sonderfall Spannring: Die Vorzeichen für Spannring waren andere. Der gebürtige Vorarlberger hatte eigentlich ein gültiges Arbeitspapier für die kommende Saison. Eigentlich. Denn nach der Information, dass sein Platz in Linie vier beziehungsweise von Fall zu Fall auch auf der Tribüne sein sollte, suchte der Publikumsliebling nach Optionen. Mit Villach hat er diese nun gefunden.Die Black Wings geben sich in der zugehörigen Aussendung gütig, den Vorarlberger ziehen zu lassen, obwohl der einen gültigen Vertrag hat. Einen gewissen Unmut der Fans nach einer anfänglichen Euphorie müssen sich die Verantwortlichen nun gefallen lassen.

Den einen oder anderen Spieler werden die Black Wings noch unter Vertrag nehmen, die Kaderplanung ist noch nicht abgeschlossen. Die verpflichteten Spieler haben zweifellos viel Potenzial. Pauschal zu sagen, dass der Umbruch nicht glücken wird, kann man also nicht. Jedoch ist der öffentliche Druck gleich von Beginn an sehr groß. Obwohl man den Neuen eine Eingewöhnungsphase zugestehen sollte.

Viele sahen 2011 auch der Ära Rob Daum mit gemischten Gefühlen entgegen. In der ersten Saison wurde allerdings gleich der Meistertitel eingefahren. Möglicherweise ist das ein gutes Omen.

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Artikel Markus Prinz 01. Juni 2018 - 12:28 Uhr
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