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Harte Schale - köstlicher Kern

Am Tisch ist schon mal zu hören, Miesmuscheln seien Austern für arme Leute. Alles snobistisches Getue.

Kulinarhistorisch geht die Liebe zu diesen wohl beliebtesten aller Schalentiere - alleine in Europa werden davon bis zu 300.000 Tonnen verspeist - wie so vieles auf die Antike zurück. Der Feinschmecker schätzt das nussartige, fleischig-milde Aroma der Miesmuschel, auch Pfahlmuschel genannt. Das von blauschwarzen Schalen umhüllte sowie in kräftigem orange lockende Fleisch ist kein bisschen mies.

Der sonderbare Begriff kommt vom Moos, das an den Schalen wächst, und ist ein mittelalterlicher Ausdruck für bemoost. Muscheln lassen sich mit vielem kombinieren, mit Gemüse, Limetten, Chilli, Ingwer, Frühlingszwiebel, Knoblauch - oder so einfach wie es Fischersfrauen in der Bretagne auf geniale Art zubereiten: Die gewaschenen Muscheln werden in einem sehr heißen Topf angebraten, dann drei Minuten bei starker Hitze zugedeckt dahin köcheln lassen. Knoblauch, Salz, Pfeffer sowie frische Kräuter dazu, basta!

Authentisch und wirklich gut. Übrigens: sollten Sie Muscheln in Verbindung mit Teigwaren zubereiten, heben Sie den Muschelsud auf um anschließend die Nudeln darin zu kochen. Gehen Sie bei Muscheln auf Nummer sicher und kaufen Sie ausschließlich lebende Produkte. Frische hat hier oberste Priorität. Muscheln müssen geschlossen sein oder auf Schlag mit Schließen der Klappe reagieren. Die sogenannte Regel, nach der man nur in Monaten mit „R“ Muscheln essen soll ist meiner Meinung nach Auslegungssache. Man muss einfach nur wissen, wo man Muscheln isst. Meine Lieblingsmuscheln kommen aus der Bucht Mont Saint Michel, in dem hohen Meer auf der Westküste von Normandie, was ihnen all ihren Charakter gibt. Unvergleichlicher Geschmack, intensiv orange-rote Farbgebung. Ein „Leckerli“ für Auge und Gaumen.

Ein kleiner Tipp: sollten Sie ausnahmsweise einmal zu tief in Glas geschaut haben, greifen Sie auf einen nicht alltäglichen Katerkiller zurück: Muschelnektar (aus der Dose) mit frischem Tomatensaft und Wodka verrührt. Cheers!   

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Artikel Erich Lukas 07. Februar 2019 - 20:59 Uhr
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