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Grüße aus Wien: Ich mag das!

Magdas Hotel hat keinen Stern. Hier wird nicht klassifiziert, sondern gemeinsam gestaltet und gelebt. Vielfalt, Menschlichkeit und eine Menge richtig gutes Design sind der Luxus dieser Adresse nah am grünen Prater.

Entspanntes Dasein – Wer mag das nicht? Im „magdas“ ist das für alle möglich. Bild: Peter Bárci

Früher war das Gebäude aus den 1960er Jahren ein Altersheim. Mit viel Engagement und Kreativität, durch Crowdfunding und Materialsponsoring wurde es vergangenen Winter in ein Hotel verwandelt.  Als „social business“ der Caritas ist es ein ganz besonderer Betrieb: Etwa zwei Drittel der Angestellten sind Menschen mit anerkanntem Flüchtlingsstatus, subsidiär Schutzberechtigte oder jugendliche Asylwerber, die eine Lehre machen dürfen. Neben „normalen“ Hotelgästen finden hier auch unbegleitete Minderjährige auf der Flucht eine Unterkunft.

Ein ungewöhnliches Betriebskonzept bedeutet ungewöhnliche Herausforderung für die Architektur. Das Wiener Büro AllesWirdGut hat weit mehr als eine bloße Gebäudesanierung umgesetzt. Neben der planerischen und bautechnischen Kompetenz lag es in der Verantwortung der Architektinnen, den vielschichtigen Entstehungsprozess gestalterisch zusammenzuhalten. Verschiedene Bedürfnisse und Inhalte mussten verknüpft, zahlreiche helfende Hände und Ideen koordiniert werden. Bestehendes Mobiliar und geschenkte Materialien wurden katalogisiert, neu zusammengestellt und in gebrauchsfähiges und schickes Interieur verwandelt. Mit wenig Geld ist ein Maximum an Komfort und Atmosphäre entstanden, eine ganz eigene Interpretation von Schick und Stil.

Der Begriff der Gastfreundschaft wird im magdas nicht exklusiv verstanden, sondern schließt alle ein, die hier verweilen. Die Architektur spiegelt diese Haltung wider. Sei es in der offenen Gestaltung des Loungebereichs als Salon für alle, sei es das großartig arrangierte Interieur. Verschiedenste Objekte finden in lässigen Kombinationen zusammen. Altes wird mit Neuem, Hauseigenes mit Geschenktem, Edles mit Gebrauchtem kombiniert. Ausgediente ÖBB-Ablagen werden zu Garderoben, biedere Heim-Sessel bekommen als coole Nachttische eine zweite Chance. Offenheit, Entspanntheit und Dialogbereitschaft – das sind die Qualitätskriterien dieses Hauses, seiner Räume und Objekte.

Veranstaltungshinweis: Theorie im Keller #13: 18. November 2015, 19 Uhr: Friedrich Passler und Johanna Aufner werden das magdas-Projekt im Rahmen ihres Buches „AllesWirdGut – Das Rezept“ im afo vorstellen und diskutieren. afo architekturforum oberösterreich, Herbert­-Bayer­-Platz 1, 4020 Linz

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Artikel Tobias Hagleitner 14. November 2015 - 16:39 Uhr
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