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Rückschritt

Mit Entsetzen nehme ich einen rückschrittlichen familien-, frauen- und gesellschaftspolitischen Kurs in Oberösterreich wahr. Der Kinderbetreuungsbonus wird für jene Eltern erhöht, die ihre Kinder zu Hause betreuen und nicht in den Gratiskindergarten geben! Man ...

Mit Entsetzen nehme ich einen rückschrittlichen familien-, frauen- und gesellschaftspolitischen Kurs in Oberösterreich wahr. Der Kinderbetreuungsbonus wird für jene Eltern erhöht, die ihre Kinder zu Hause betreuen und nicht in den Gratiskindergarten geben! Man schafft Kinderbetreuungseinrichtungen, um dann die Betreuung zu Hause zu fördern – das ist paradox. Das ist eine Familienpolitik des 19. Jahrhunderts und ein frauen- sowie gesellschaftspolitischer Rückschritt. Was will man damit erreichen? Dass Frauen in wirtschaftlich schlechten Zeiten dem Arbeitsmarkt fernbleiben? Auf ihre Unabhängigkeit sowie Job- und Karrierechancen und somit auf den besten Schutz vor häuslicher Gewalt verzichten? Dass die traditionelle Rollenaufteilung und die geschlechtsspezifische Segregation am Arbeitsmarkt samt Einkommensdiskriminierung zementiert werden? Dass man Kindern Bildungschancen verwehrt, die sie im Kindergarten hätten? Soll ein flächendeckender Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen verhindert werden – weil durch die Förderung der häuslichen Betreuung der Bedarf gesenkt werden soll? Was bedeutet diese Entscheidung für die Integration von Zuwandern? Auch wenn die Regelung nur für Österreicher und EU-Bürger gilt: Menschen sind nicht qua Staatsbürgerschaft integriert und Sprachdefizite nicht automatisch behoben! Der Gratiskindergarten ist ein Bildungsangebot, das von so vielen Menschen – egal welcher Herkunft – wie möglich angenommen werden sollte. Eine Betreuung, die nur zu Hause stattfindet, ist kontraproduktiv, in jeder Hinsicht. Was kommt als nächstes?

Mag. Elke Weißböck,

per E-Mail

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Artikel 18. April 2018 - 14:39 Uhr
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