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Mit dem Rad und Musik im Gepäck durch Österreich

LINZ. 750 Kilometer radeln die Musiker Georg Kostron und Daniel Bren bei ihrer Tour durch Österreich und Deutschland. Dass beide auf zwei statt vier Rädern unterwegs sind, ist ihrer Spontanität geschuldet.

Georg Kostron & sein Manager

Daniel Bren (l.) und Georg Kostron (r.) Bild: mef

750 Kilometer quer durch Österreich und Deutschland auf verwachsenen Waldwegen, breiten Straßen und engen Mehrzweckstreifen - und das in nur 19 Tagen. Die Wiener Georg Kostron und Daniel Bren stellten sich einer ganz besonderen Herausforderung.

Von einzelnen 'Gigs' zu ganzen Touren

"Die Idee dazu ist ganz spontan gekommen", sagt Kostron, Gitarrist und Sänger des Duos. Als die Band vor rund dreieinhalb Jahren entstand, lebten die beiden Musiker in Berlin. Ein Vorankommen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gestaltete sich als sehr schwerfällig, und Autofahren sei dort sowieso ein "Schwachsinn" gewesen.

Deswegen entschieden sich die Musiker, mit ihren vollbepackten Fahrrädern zu jedem Auftritt zu strampeln. "Vor zwei Jahren dachte ich mir dann, dass wir auch eine Tour mit dem Fahrrad antreten könnten. Nachdem ich Daniel davon überzeugt hatte, radelten wir von Passau nach Wien," sagt Kostron. Dass sie nur zu zweit seien, erleichtere die Organisation einer solchen Tour entscheiden.

Am 13. Mai fiel der Startschuss für die zweite Etappe. Diese führt die Vollblutmusiker von Imst in Tirol nach Wien. Am Dienstag, 24.Mai, gastierten die beiden in Linz. In der Bundeshauptstadt ist Endstation: Dort spielen sie am 1. Juni das letzte Konzert - nach 750 geradelten Kilometern. Trotz etwas mehr als der Hälfte der bisher absolvierten Distanz seien für Kostron die Schenkel nach wie vor beweglich, die Knie aber schon leicht zu spüren.

Liedermacher, Artpunk und Kabarett

Zueinander gefunden haben die Musiker in ihrer Jugendzeit in Wien. Schon damals waren sie in verschiedenen Bands. "Nach meiner Zeit als Bassist bei Boon wollte ich einfach mal was anderes machen und sehen. Um mein Soloalbum aufzunehmen, zog es mich schließlich in Daniels Studio nach Berlin", erzählt Kostron. Das war vor rund dreieinhalb Jahren.

2010 eröffnete Boon einige Konzerte für AC/DC auf ihrer "Black Ice Tour" in Österreich und Deutschland. Darunter auch in Wels. "Während Georg sein Album in meinem Studio aufnahm, habe ich mich richtig in seine Songs hineingefühlt. So entstand dann das Projekt 'Georg Kostron und sein Manager'", erzählt Bren, der bei den Auftritten die Sampler und Bandmaschine bedient.

Musikalisch sehen sie sich im Bereich "Liedermacher und Artpunk in der Form des Kabaretts". "Bei unseren punkigen und fetzigen Auftritten findet sich oft auch noch Zeit für politische Stand-Up-Comedy", sagt Bren, der mittlerweile wieder in Wien lebt. 

Inspiration für ihre Lieder holen sich die Musiker aus dem Alltag. Dinge, die in ihrem Programm als "wahnsinnig und skurril" erscheinen, kämen in jedermanns täglichem Leben vor. Wie die Fans auf ihre exzentrischen Konzerte reagieren? "Die hüpfen meist im Kreis und werfen dann mit Plastikenten", scherzt Kostron. Bren ergänzt, dass das Duo nicht das klassische Programm-Medium darstellt. "Unser Programm ist für Menschen, die sich Zeit dafür nehmen. Einige sind absolut begeistert, andere haben wir bereits verschreckt."

Auf die Frage, wie es in Zukunft weitergeht, verrät Kostron, dass die Band gerade an neuem Material arbeite. "Wahrscheinlich gibt es 2017 wieder eine Tour, die mit einem enormen Muskelkater endet", sagt er und grinst verräterisch. 

 

 

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Artikel Florian Meingast 25. Mai 2016 - 12:00 Uhr
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