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Die CD der Woche: Florence + The Machine „Ceremonials“ (Island)

Der Hype um ihre Person, im Debütalbum „Lungs“ vor zwei Jahren begründet, hat Florence Welch nicht durchdrehen lassen. Die neue britische Fashion- und Pop-Ikone hat sich rein musikalisch von der ganzen Aufregung um ihre Person nicht aus dem Konzept bringen lassen. Ihre neues Album „Ceremonials“ setzt „Lungs“ fort, ohne eine Kopie zu sein. Die Leichtigkeit von Pop-Melodien („Shake It Out“, „Spectrum“) trifft auf gehaltvolle Tiefe („Seven Devils“), spielerisch anmutende Lockerheit braucht sich vor Melancholie nicht zu fürchten. Die manchmal ansteckende Fröhlichkeit („Heartlines“) ist entwaffnend und bis zum Ende gibt Florence mit ihrer Maschinerie nicht nach. Sie bleibt ihrem eingeschlagenen Weg treu, inszeniert ihre Stimme prächtig in opulenten Sounds, die vielleicht nicht immer überraschen, aber mitreißen. In ihrer Welt voll Sehnsucht, Hoffnung und Verlangen behält die Harmonie immer die Oberhand – und das ist gut so. Anspieltipps: „Breaking Down“, „No Light, No Light“

Madison Violet „The Good In Goodbye“ (High Romance Music)

Die harmonische Zweisamkeit ihrer Stimmen ist das erste, das angenehm auffällt, wenn man sich dem kanadischen Frauen-Duo musikalisch nähert. Brenley MacEachern und Lisa MacIsaac grasen das stilistische Feld von Country, Bluegrass, Folk und Pop ab, haben sich auf Melodien eingeschworen, die wie eine Extra-Streicheleinheit wirken. Durch die Songs ihres neuen Album schwingt eine Leichtigkeit, die stimmungsaufhellend ist. Und auch in den melancholischen Momenten ziehen Madison Violet nicht in die Tiefe, sondern bezaubern mit ihrem zweistimmigen Gesang. Konzerttipp: 12. November, 20 Uhr, Kitzmantelfabrik in Vorchdorf Anspieltipps: „The Good In Goodbye“, „Emily“

Wolventrix „Ours Till Dawn“ (Fabrique Records)

Sie haben ein Herz für große Melodien, die nicht lange brauchen, um sich beständig in der Ecke des Erinnerns ein zu nisten. Wolventrix aus London geben ein insoferne beachtliches Debüt, als sie abgeklärt klingen, im besten Sinne des Wortes. Sie versteigen sich in ihren akustisch aufgebauten Indie-Rock-Pop-Songs nicht, sondern finden sehr oft den Punkt. Dazu trägt Songschreiber und Sänger Tom Walkden stark bei, weil er mit seiner Stimme auch den Durchschnitt über das Mittelmaß erhebt. Und in den großen Momenten verleiht er mit seinem Gefühl den Wolventrix-Songs noch zusätzlich Flügel. Stimmungsvoll, prägnant und zum Immer-Wieder-Hören. Anspieltipps: „Wanderlust“, „Sylvie“

Ina Müller „Die Schallplatte - nied opleggt“ (105 Music)

Authentisch, echt, ungekünstelt. Ina Müller ist, wie sie ist. Schrill, schräg, laut, voller Emotionen und Lebensfreude. Das darf man sehen, darf man spüren. Die gefeierte TV-Moderatorin („Ina’s Nacht“), Entertainerin und Sängerin besitzt großes musikalisches Gefühl. Das liegt besonders dann offen, wenn sie in ihrer Heimatsprache, in Niederdeutsch singt. Dieses Album serviert 12 Songs, die großteils bekannt daher kommen, was nicht wundert, weil es sehr eigenwillige Interpretationen von Dylan bis Sting, von 4 Non Blondes bis R. Kelly sind, die zudem für Fans kein Neuland sind. Denn die „Schallplatte“ gab es schon. Ina Müller drückt den Songs aber nicht nur musikalisch die besondere Note auf, ihre Übersetzungen blühen dank aufrichtiger Lebensgefühle und -betrachtungen. Pluspunkt: Eine Konzert-DVD und ein 45-minütiges Film-Porträt gibt es dazu. Das fördert das Verstehen auf allen Ebenen. Konzerttipp: 16. November, 19.30 Uhr, Brucknerhaus in Linz. Anspieltipps: „Lockiget Hoor“, „Nees in ‘n Wind“

Snow Patrol „Fallen Empires“ (Universal)

Einen unverkennbaren Stil zu haben, ist in der Popmusik von Vorteil. Snow Patrol, die irisch-schottische Band um Frontmann Gary Lightbody, hat einen Sound mit hohem Wiedererkennungswert. Daraus machen sie auf ihrem sechsten Album aber relativ wenig. Nur ein paar Songs fallen aus der strengen Harmoniegesetzgebung heraus und sind dann auch die, die länger im Gedächtnis bleiben. Der große Rest entpuppt sich mit jedem Mal Hören noch deutlicher als austauschbar. Überraschungen findet man ohnedies nicht, aber der prägnante Stil hätte ruhig etwas mehr Vielseitigkeit vertragen. Anspieltipps: „Called Out In The Dark“, „New York“

Son Of The Velvet Rat „Red Chamber Music“ (monkey)

Es sind nur ein paar Takte gespielt, schon hat man sich von Ballast befreit, entflieht dem Alltäglichen und hört hin. Das sechste Album von Son Of The Velvet Rat ist ein ruhiger, beschaulicher Fluss, der unaufhaltsam nach vorne drängt, ohne deshalb Tempo zu machen. Jeder der zehn Songs ist für sich ein kleines Juwel in der an Effekthascherei und Soundspielerei reichen Musikwelt. „Red Chamber Music“ ist einfach nur Musik. Ehrlich und erdig, geradlinig und inspiriert, tief gehend und fast schon bizarr schön. Altmodisch mag das mancher nennen. Vielleicht, aber diese Songs kommen nie aus der Mode. Wunderbar. Anspieltipps: „Moment Of Fame (feat. Lucinda Williams)“, „Lovesong“

Susan Boyle „Someone To Watch Over Me“ (Syco)

Die Zeit des Schenkens naht und so passt die Talentshow-Siegerin gut ins Bild. Die Britin Susan Boyle segelt in zehn Songs durch die Welt großer Gefühle, mit Liedern, die man kennt. Anspieltipps: „Enjoy The Silence“, „Mad World“

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Artikel Reinhold Gruber 11. November 2011 - 00:04 Uhr
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