Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Sonntag, 24. März 2019, 20:05 Uhr

Linz: 13°C Ort wählen »
 
Sonntag, 24. März 2019, 20:05 Uhr mehr Wetter »
Startseite  > Kultur

Kremseggs (un-)freundliche Übernahme

Musikinstrumente-Museum: Kremsmünsters Bürgermeister soll für das Land vermitteln

Kremseggs (un-)freundliche Übernahme

In dem von Heinz Preiss (l.) aufgebauten Museum befindet sich unter anderem Friedrich Guldas Nachlass. Bild: weihbold

Kremsmünsters ÖVP-Bürgermeister Gerhard Obernberger ist in der Bredouille. Als Chef der Marktgemeinde verantwortet er einerseits die Steigerung von Kremsmünsters Strahlkraft – und dabei würde das von Experten als "herausragend" gelobte Musikinstrumente-Museum im Schloss Kremsegg wohl helfen. Andererseits musste er am Donnerstag zum Gespräch bei Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) antreten, der die Förderung von 470.000 Euro pro Jahr für das Museum gestrichen hat und die Schenkung der kostbaren Instrumente (1800 Blasinstrumente, 170 Tasteninstrumente, unzählige Musikalien) an das Land von Landeskulturdirektor Reinhold Kräter abwickeln lassen wollte. Stelzer hatte Obernberger und Museums-Geschäftsführer Konrad Fleischanderl (auch Chef der oö. Vokalakademie und damit Beschäftigter des Landes Oberösterreich) zum Gespräch geladen, weil sich spießt, was nach dem Abdrehen der öffentlichen Mittel als freundliche Übernahme erwartet worden war: Wie von den OÖN exklusiv berichtet, weigert sich der Verein "Musica Kremsmünster" – dem Schloss Kremsegg und die Musikinstrumente gehören –, der Schenkung an das Land zuzustimmen. Obernbergers Dilemma wird dadurch verstärkt, dass der hauptberufliche Landwirt seit dem gesundheitsbedingten Rücktritt von "Musica"-Präsident Thomas Watzenböck geschäftsführender Vereinschef ist, der im Falle eines finanziellen Bauchflecks wie alle anderen Mitglieder privat haftet. Sämtliche Versuche von "Musica", über eine abgespeckte Museumslösung und andere Varianten des Kremsegg-Erhalts zu verhandeln, wurden vom Land bisher abgeblockt. "Stelzer hat uns nun Hilfe durch einen professionellen Immobilienentwickler zur Nachnutzung des Schlosses zugesagt", sagt Obernberger im Gespräch mit den OÖN. Natürlich unter der Bedingung, dass sich der Verein von den Instrumenten verabschiedet. Die will das Land im Landesmuseums-Bestand integrieren und zum Teil in der Landesgalerie ausstellen.

Bei der "Musica"-Vorstandssitzung am 6. Februar soll es nun zu einer Terminisierung der für Oktober 2018 geplanten, aber noch immer nicht zustande gekommenen Generalversammlung kommen. Bis dorthin möge Obernberger auf seine Kollegen einwirken, in die Schenkung einzuwilligen.

Sechs seiner acht hauptberuflichen Mitarbeiter hatte der Verein bereits kündigen müssen. Zwei davon (Blasinstrumente-Experte Michael Söllner, Tasteninstrumente-Kuratorin Sandra Föger) wurden vom Land Oberösterreich übernommen. Die vom Verein zur Hälfte bestrittene Professur von Musikforscher Lars-Edvard Laubhold bezahlt die Anton-Bruckner-Universität des Landes fortan zur Gänze.

Kommentare anzeigen »
Artikel Peter Grubmüller 26. Januar 2019 - 00:04 Uhr
Mehr Kultur

Oberösterreicher gewinnt Gert-Jonke-Preis

KLAGENFURT. Zum fünften Mal ist am Sonntagabend in Klagenfurt der Gert-Jonke-Preis vergeben worden.

Dancing Stars: Rassismus-Eklat und ein überraschendes Aus

Ein Wechselbad der Gefühle war die erste Entscheidungsfolge von "Dancing Stars".

65 Jahre danach: Die Tragödie am Dachstein

Am Gründonnerstag 1954 bricht eine Schülergruppe aus Heilbronn von Obertraun in Richtung Krippenstein auf.

Was die Hand alles kann

Als Liebeserklärung an die Hand versteht sich die neue Schallaburg-Schau "Der Hände Werk".

Jens Harzer erhält den Iffland-Ring, den Schmuck des würdigsten Schauspielers

Eine Auszeichnung, die vor Legenden, Gerüchten und Mystik nur so strotzt.
Meistgelesen   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS