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Zwischen Luger und Frey fliegen die Fetzen

Der Linzer Bürgermeister gibt die Reform des Brucknerfestes in Auftrag.

Zwischen Luger und Frey fliegen die Fetzen

Hans-Joachim Freys Vertrag als Brucknerhaus-Chef läuft bis Ende 2017. Bild: Liva

Ich gehe jetzt einmal davon aus, dass Hans-Joachim Frey bis zu seinem Vertragsende in Linz arbeiten wird", sagt der Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) im Gespräch mit den OÖNachrichten. Luger möchte die Ruhe bewahren, obwohl zwischen ihm und dem künstlerischen Brucknerhaus-Direktor die Fetzen geflogen sind. Seit Freitag läuft die Kommunikation der beiden ausschließlich über Thomas Ziegler, den kaufmännischen Vorstandsdirektor der Linzer Veranstaltungsgesellschaft, zu der das Brucknerhaus gehört. Wie die OÖNachrichten berichteten, war der durch den Kontrollamtsbericht arg ramponierte Frey für die am Mittwoch bevorstehende Präsentation der Allgemeinen Sparkasse Oberösterreich als neuer Klangwolken-Hauptsponsor ausgeladen worden. Daraufhin soll Frey diese Neuigkeit samt allerlei Erfundenem einem kleinformatigem Medium zugespielt haben.

Freys LIVA-Vertrag endet am 31. Dezember 2017. Als potenzielle Nachfolger werden auf den Gängen des Brucknerhauses bereits zwei Namen geflüstert: Thomas Daniel Schlee (58 Jahre, 1990– 1998 Musikdirektor des Brucknerhauses) und Thomas Kerbl (50 Jahre, Bruckneruni-Professor, Dirigent, Pianist).

"Was muss noch alles passieren, damit Bürgermeister Luger tätig wird?", fragte vergangene Woche der Linzer Vizebürgermeister und Kulturreferent Bernhard Baier. Für Luger seien die gravierenden Kritikpunkte des Kontrollamtsberichts (Internet-Auftritt, Nebenbeschäftigungen Freys, Geldverschwendung für CDs und nutzlose Computerprogramme) "erledigt oder auf Schiene". Für ihn manifestiere sich die triste Brucknerhaus-Situation an der nur 42-prozentigen Auslastung des Brucknerfestes. "Aber für diese Feststellung hätte ich keinen Kontrollamtsbericht gebraucht", sagt Luger. Er habe den Auftrag erteilt, das Brucknerfest völlig neu zu konzipieren – zeitlich, inhaltlich und programmatisch.

Ein reformiertes Brucknerfest wäre erst ab 2019 möglich, weil bis einschließlich 2018 Vereinbarungen mit Künstlern getroffen wurden. Das Festival soll nicht mehr wie die Klangwolke im September stattfinden, "vielmehr gehört es bundesweit in die Festwochen-Zeit eingetaktet", sagt Luger.

In den bevorstehenden Kulturholding-Gesprächen mit Landeshauptmann und Kulturreferent Josef Pühringer will Luger die Autonomie des Brucknerhauses wahren, aber Werbeauftritt, Ticketing-System und Marketing weitgehend mit dem Landestheater verschränken. Luger: "Und damit es zu keiner Legendenbildung kommt: 2015 wollte der Landeshauptmann diese Gespräche nicht führen, weil er gesagt hat, dass man so etwas in einem Wahljahr nicht brauche."

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Artikel Peter Grubmüller 11. April 2016 - 00:05 Uhr
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