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Zum Auftakt ein Triumph

England-Tournee: Bruckner Orchester begeisterte die Schotten.

Zum Auftakt ein Triumph

Das Bruckner Orchester lud zur intensiven musikalischen Reise, und die Schotten geizten nicht mit Applaus. Bild: Winkler

Am Ende stand die Erlösung. Nicht nur in Form von Gustav Mahlers postapokalyptischem, vor Kraft strotzendem "Auferstehungs"-Schlusssatz, sondern auch in jener des donnernden Applauses, der dem Bruckner Orchester unter Chefdirigent Markus Poschner gestern in der Usher Hall in Edinburgh zuteilwurde. Dort, wo Vicky Leandros 1972 mit "Après toi" den Song Contest gewann, eroberte das Orchester mit einer seelenvollen Darbietung von Mahlers 2. Sinfonie 1600 Besucher.

Dass Poschner für seine erste Auslandsreise mit dem Bruckner Orchester Mahlers 1895 uraufgeführtes Werk als "musikalischen Botschafter" ausgewählt hat, ergibt Sinn. Denn "Mahlers II." markiert nicht nur eine sanfte Wende hin zur Moderne, sondern ist auch das, was die Engländer als "crowd pleaser" titulieren. Ein herrlich mächtiger Brocken Musik, der den Hörer dank eines gigantischen Orchesterapparats auf eine intensive Reise vom Sterben ins Jenseits mitnimmt.

Wahre Emotionswellen

Gleichzeitig ist es aber, wie Poschners Deutung demonstrierte, ein diffiziles Werk voller klanglicher Untiefen und Klippen, die nur mit viel Disziplin umschifft werden können. Und exakt diese Balance meisterte das glänzend disponierte, 98-köpfige Bruckner Orchester mit Bravour. Entfachten die Bläser-Sektion und das Schlagwerk (Sonderlob!) in den monumentalen Ecksätzen wahre Emotionswellen, so widerstand man in den drei mittleren Sätzen der Versuchung, sich an den Rausch zu verkaufen, und musizierte stattdessen mit zurückhaltender Präzision. Poschner strich die ins Hauchzarte tendierenden Passagen heraus. Der auf das Finale vorbereitende vierte "Urlicht"-Satz geriet famos.

Entscheidenden Anteil daran hatte Theresa Kronthaler. Die deutsche Altistin gestaltete das schlicht gehaltene, aber berührende Orchesterlied vom lieben Gott mit großer Stimme und ebensolcher Herzensbildung. Ebenso stimmgewaltig präsentierte sich Sopranistin Brigitte Geller, ab Herbst fix am Musiktheater, die mit dem 140-köpfigen Sheffield Philharmonic Chorus den epochalen Schlusspunkt setzte. Minutenlanger Applaus!

Morgen folgt ein Konzert in Middlesbrough, weitere Stationen: u. a. London, Birmingham

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Artikel Lukas Luger aus Edinburgh 30. April 2018 - 00:04 Uhr
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