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Zeller Traum von einer Reise zum Mond

Die "Pramtaler Sommeroperette" bringt ab 10. Juni Paul Linckes "Frau Luna" ins Innviertel.

Zeller Traum von einer Reise zum Mond

Der feine Schlosshof in Zell an der Pram rahmt die Sommeroperette. Bild: PS

In Zell an der Pram fühlt man sich im Handumdrehen wohl. Es scheint, als würde hier so gut wie jeder anpacken, um dem Rest des Bundeslandes – ach was, ganz Österreichs – die Talente und Schönheiten der 2000-Einwohner-Gemeinde im Innviertel vorzustellen. Seit 2013 fahren die Zeller gut damit, sich mit Kultur ins Gespräch zu bringen. Vor vier Jahren starteten sie mit dem engagierten Intendanten Harald Wurmsdobler – der Münzkirchner ist seit Herbst 2015 auch Präsident des OÖ. Chorverbandes – das Festival "Pramtaler Sommeroperette" im Schloss der Gemeinde. Die Erfolgsgeschichte soll sich heuer mit Paul Linckes 1899 uraufgeführtem Werk "Frau Luna" fortsetzen – inklusive des 1920 in die Operette aufgenommenen Ohrwurms "Berliner Luft". Premiere: 10. Juni.

65.000 Euro hat Wurmsdobler vor allem von privaten Sponsoren und der öffentlichen Hand aufgetrieben. "Wenn man es vergleicht: Thomas Enzinger bekommt als Intendant des Lehár-Festivals in Bad Ischl 4500 Euro pro Monat", sagt Wurmsdobler. Sein Leitungsteam in Zell an der Pram kriege keinen Cent. Stattdessen haftet Wurmsdobler bis zur Abwicklung der Förderung privat für 20.000 Euro. Gage gibt’s lediglich für die Künstler – so wird die Titelrolle der Luna die bekannte Schärdinger Sopranistin Eva-Maria Kumpfmüller singen, der Linzer Musiktheater-Liebling Matthäus Schmidlechner ist Prinz Sternschnuppe, Gerald Karl dirigiert das Salonorchester "sINNfonietta", und Wurmsdobler selbst gibt Fritz Steppke Stimme und Gestalt – jenem arbeitslosen Mechaniker, der von einer Reise zum Mond träumt.

Wurmsdobler träumt seinerseits vom Wachstum des Festivals und meint die weitere Steigerung der Professionalität damit: "Im Bezirk Schärding sind wir schon jetzt das aufwändigste Festival, für 2018 planen wir eine Kooperation mit dem bayerischen Theater an der Rott."

Dass "Frau Luna" gespielt wird, sei das Ergebnis von notwendigem Pragmatismus. "Wir brauchen Stücke, bei denen wir ohne Chor auskommen. Diesmal hatten wir Jacques Offenbachs ,Orpheus in der Unterwelt’ geplant, leider ist uns Bad Hall in die Quere gekommen, obwohl es abgestimmt war. Beim neuen Bad Haller Intendanten Ernst Theis stand es dann doch auf dem Spielplan. Nachdem Bad Hall nicht nachgegeben hat, haben eben wir nachgegeben."

Dieser Pragmatismus sei auch eine Chance, sagt Regisseurin Manuela Kloibmüller. "Der Fokus bei unseren Operetten liegt stark auf dem Schauspiel – warum macht etwa ein Sänger den Mund auf und singt, statt zu reden? Wir wollen das mit unserer Arbeit begründen. Auch darin liegt die Handschrift unserer Inszenierungen."

Pramtaler Sommeroperette

Von 10. bis 25. Juni steht „Frau Luna“ von Paul Lincke auf dem Spielplan. Die Operette wurde 1899 in Berlin uraufgeführt und spielt in der deutschen Hauptstadt zur Zeit Kaiser Wilhelms II.: In Berlin tummelt sich versnobte Aristokratie neben amüsierfreudigem Bürgertum. Nüchterner gestaltet sich die Realität der Arbeiter – einer davon ist der Mechaniker Fritz Steppke, der sich für die Raumfahrt interessiert. Sein Wunsch ist es, der erste Mensch auf dem Mond zu sein.

In Zell an der Pram spielen unter anderem Eva-Maria Kumpfmüller, Matthäus Schmidlechner (Bild), Christine Ornetsmüller, Jenifer Lary, Harald Wurmsdobler, Claus J. Frankl. Termine: 10., 11., 17., 18., 23., 24., 25. Juni. Karten/Infos: 0664/59 31 807, www.sommeroperette.at

 

 

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Artikel Peter Grubmüller 04. April 2017 - 00:04 Uhr
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