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Wo Brenners Berti einfach der Simon ist

Schauspieler Simon Schwarz bereicherte mit Bodenständigkeit den ersten Kinowandertag in OÖ.

Zuerst Feld-, dann Waldweg: Simon Schwarz (M.) und sein Onkel, der frühere Linzer Richter Wolfgang Aistleitner (re.) Bild: Alexander Schwarzl

Es ist still an diesem Sonntag in Summerau, fast beängstigend ruhig. Der 8. Juli bleibt – trotz angesagten Gewitters – heiß und klar. Das Mühlviertel rund um den Bahnhof in Rainbach im Mühlkreis zeigt, was es kann. Den Blick freimachen für die Weiten, die grünen Hügel, die hellen Felder.

Um 16.45 Uhr erscheint das Land, das das warme Licht strahlen lässt, verdammt flach. Noch. Die Menschen, die sich vorm Bahnhof versammelt haben, wissen, dass das – wie man hier im Mühlviertel sagt – "ein Leger" ist. Denn das nächste Bergerl kommt bestimmt. Es wird zum Schnaufen werden.

Aus Katsdorf, Sandl, sogar aus Linz lockt es sie an, um mit Simon Schwarz den ersten Kinowandertag zu begehen (mehr unten), der in Freistadt mit der "Grießnockerlaffäre" im Sommerkino ausklingt. Die Arbeit ist Teil der Kinoadaptionen nach Rita Falks Krimi-Romanen.

Schwarz hat sich darin als Detektiv Rudi Birkenberger noch tiefer in die Herzen gespielt. Doch es ist schon ein seltsames Gefühl, wenn Menschen wie der gebürtige Wiener, den man als Inkasso-Heinzi ("Tatort") oder als Berti an Josef Haders Seite aus den Brenner-Filmen ("Silentium", "Komm, süßer Tod") kennt, plötzlich "in freier Wildbahn" zu erleben sind. Lebensecht und -groß, Leinwand und Bildschirm entstiegen.

Doch bei Schwarz ist jede Berührungsangst unnötig. Und den Rest wird das Gehen erledigen, denn das macht ohnehin alle gleich. Wie viel anderes. Unprätentiös meldet sich der Darsteller vor der Begrüßung aller durch Kino-Chef Wolfgang Steininger noch ab, um bei der Rückkehr zu verkünden: "Das Klo im Bahnhof hat das Niveau eines Fünf-Stern-Hotels. Wahnsinn."

Somit ist definitiv geklärt, dass Schwarz der Natur den Rang als "unberechenbarer Star" bestimmt nicht ablaufen wird. Obwohl Steininger, der schnell wieder ins Kino musste, um die Popcorn-Maschine anzuwerfen ("Einer muss ja arbeiten!"), ein angenehmes Bergab versprach, kam es anders. Im Wald ging es über Stock und Stein, vor allem aber bergauf.

Wo Brenners Berti einfach Simon ist

Flauschige Begrüßung am Wegesrand
 

Der Onkel mit dem Neffen

Steil waren aber auch Schwarz’ Gespräche mit seiner Begleitung: Wolfgang Aistleitner. Der frühere Richter und Senatspräsident des Oberlandesgerichts Linz ist sein Onkel, Aistleitners Schwester die Mutter von Schwarz. Im "Unruhestand" bereitet der Laientheater-Macher ein neues Stück in Bad Zell vor.

"Die Hexenmacher" handelt vom letzten Mühlviertler Hexenprozess um 1730. Uraufführung ist am 21. September. "Es würde mich sehr freuen, wenn du einmal an einem Wochenende kommen würdest", lässt der Jurist seinen Neffen wissen.

Eine Bitte, die der Schauspieler liebend gerne erfüllen würde. Sie bringt ihn aber fast ein bisserl mehr ins Schwitzen als die noch starke Abendsonne über den Kornfeldern. Ist der Wahl-Berliner ja ständig auf Achse, und als Vater Teil vieler, vieler Terminpläne.

Wo Brenners Berti einfach Simon ist

Beim Durstlöschen

Aistleitner nimmt seinen "unsteten" Anhang mit Humor. "Du hast ja nur Angst, dass sie dich in Bad Zell mit der Sänfte hineintragen." Eine Anspielung an den dort von Stefan Ruzowitzky 1997 gedrehten Film "Die Siebtelbauern", Schwarz brillierte darin als Knecht. "Das würde ich zu verhindern wissen", sagt er. "Oder so viel essen, dass ich nicht mehr zum Tragen wäre."

Er schiebt sein typisch spitzbübisches Grinsen nach. So, wie man es von ihm an der Seite von seinem Spezl Sebastian Bezzel kennt, der in den sehr populären Falk-Kinokrimis den lieb-grantigen Ermittler Franz Eberhofer gibt. Ein Erfolg, der Schwarz aber nicht abheben lässt. "Es ist eine Teamleistung. Wären wir ein Fußballverein, dann einer, bei dem es nicht um Stars geht. Wir sind nicht Real Madrid oder Juve, Sebastian ist nicht unser Ronaldo."

Diese Bodenständigkeit ist es, weshalb es allen leichtfällt, mit ihm zu plaudern. "Er ist so ein Netter", sagt etwa Silvia Hannl aus Katsdorf. "Er hat mir schon immer als Schauspieler sehr gut gefallen. Jetzt noch besser." Das spürt und hört man. Vor der Einkehr im Gasthaus Brunngraber in St. Peter liegt das Land noch immer ruhig da. Die Mühlviertler aber beweisen wieder: "Beim Reden kemman d’Leit zam."

Wo Brenners Berti einfach Simon ist

Bei der Einkehr ins Gasthaus Gatterbauer

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KINOWANDERTAGE und SIMON SCHWARZ’ NEUER FILM

Der erste Kinowandertag des Kinos Freistadt (8. Juli) führte über den Pferdeeisenbahn-Weg.
 

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So geht’s weiter:

18. Juli: Mit Regisseur Adrian Goiginger zur Braunberghütte, er zeigt sein prämiertes Werk
„Die beste aller Welten“.

1. August: Pianist David Wagner geht dieselbe Strecke, dann zu sehen: Charlie Chaplins
„Lichter der Großstadt“.

8. August: Regisseur Michael Kreihsl wandert und zeigt die Arbeit „Die Wunderübung“.

11. und 12. August: Reinhold Bilgeri wandert und zeigt seinen Film „Erik & Erika“.

17. August: Mit Maria Hofstätter zu „Der Tote im See“.

ALLE INFOS

Kino: Nach „Schweinskopf al dente“ oder „Dampfnudelblues“ startet am 9. August der neue Krimi mit Simon Schwarz nach einem Rita-Falk-Roman: „Sauerkrautkoma“.

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Wolfgang Aistleitner (l.), der Onkel von Simon Schwarz (re.) und Kino-Chef Wolfgang Steininger

 

Der Trailer zu "Sauerkrautkoma"

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Artikel Nora Bruckmüller (Text) und Alexander Schwarzl (Fotos) 13. Juli 2018 - 06:24 Uhr
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