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"Wir sehen in ein Meer junger Leute"

Deep-Purple-Keyboarder Don Airey vor dem heutigen Gastspiel der Band beim Clam Rock.

"Wir sehen in ein Meer junger Leute"

Don Airey, Keyboarder von Weltformat, heute mit Deep Purple auf Burg Clam Bild: VOLKER WEIHBOLD

Am Freitag ist die britische Rock-Band Deep Purple der Hauptact beim Clam-Rock auf Burg Clam. Mit dabei als Keyboarder der Band ist Don Airey, der 2002 den verstorbenen Jon Lord ersetzte.

Der zurückhaltende Musiker spielte unter anderem für Rock-Größen wie Ozzy Osbourne, Rainbow oder Jethro Tull. 1997 gewann er als eine Art Betriebsunfall den Eurovision Song Contest, 1982 überlebte er eine Flugzeugkatastrophe. Und am Tag vor dem Terroranschlag spielten Airey und Deep Purple im Pariser Bataclan.

 

OÖNachrichten: Sie sind gerade in Antalya, wo Sie ein Konzert geben. Sind Sie besorgt im Hinblick auf den Terroranschlag auf dem Istanbuler Flughafen?

Don Airey: Das hier beunruhigt mich nicht sonderlich. Der Terror war uns schon viel näher, als wir am Vorabend des Anschlages von Paris im Bataclan ein Konzert gegeben haben. Wir hatten damals viel Kontakt mit später Betroffenen. Es hätte also auch ganz leicht uns treffen können.

Wie geht es Ihnen als passioniertem Fußballfan mit dem Ausscheiden des englischen Teams bei der Europameisterschaft?

Ich habe selten etwas ähnlich Armseliges gesehen. Roy Hodgson ist der Sündenbock. Er hat eine Menge guter Spieler und nichts aus ihnen gemacht. Das Spiel gegen Island war die schlimmste Leistung, die ich jemals gesehen habe.

Die Briten wählten den Brexit - Sie auch?

Furchtbar, ich war noch nie so schockiert in meinem Leben. Für das Vereinigte Königreich wird das katastrophal enden. Jetzt hat keiner einen Plan, niemand weiß, wie es weitergeht. Ich hoffe, dass sich in der Regierung jemand finden wird, der diese Entwicklung stoppt und vielleicht doch noch in eine andere Richtung lenkt.

Ihnen darf man aber gratulieren, Deep Purple wurde heuer in die Rock’n’Roll-Hall of Fame gewählt. Warum eigentlich so spät?

Es gehört zu den mysteriösen Dingen des Lebens, ob und wann man in die Hall of Fame aufgenommen wird.

Gefühlt die halbe Welt kennt "Smoke on the Water". Sind Sie glücklich darüber, oder fühlt man sich dadurch reduziert?

Das ist natürlich ein Glücksfall, und wir werden nie müde, es zu spielen. Das Publikum liebt den Song, also bekommt es ihn auch.

Rockmusikern haften drei Worte an: Sex, Drugs, Rock’n’Roll. Wie halten Sie es damit.

Sex, Golf und Rock’n’Roll.

1997 gewann Katrina and the Waves mit "Love Shine a Light" den Song Contest. Mit Ihnen am Keyboard. Wie passt das zu Ihrer Karriere?

Es war eine Art Betriebsunfall. Ich spielte diesen Folksong bei einer Session. Dann sagte ich, lass es uns aufrocken, und habe die Hammondorgel dazu gespielt. So haben wir es der Eurovision geschickt, und die haben es genommen. Es war verrückt, so etwas ist mir vorher und nachher nicht mehr passiert. Es ist ein feiner Song, und die Band ist großartig.

1982 wurden Sie Augenzeuge eines Flugzeugabsturzes, bei dem zwei Kollegen starben. Kurz vorher saßen Sie in diesem Flugzeug. Wie sehr hat das Ihr Leben verändert?

Nächste Frage.

Am Freitag gastiert Deep Purple auf Burg Clam.

Ich liebe die Deep-Purple-Sommertour, weil sie uns an großartige Plätze bringt. Clam ist wunderbar, unter der Burg zu spielen, ist auch für eine Band wie Deep Purple etwas Einmaliges. Dazu kommt, dass die Fans hier großartig sind.

Was werden Ihre Fans hören?

Es wird ein Mix aus den Klassikern mit vielen Soli und Improvisationen. Wir geben alles, was die Familie der Rockfans von uns erwartet.

Sind die Fans mit der Band mitgealtert?

Gar nicht. Wir schauen ins Publikum und sehen ein Meer von jungen Menschen. Dieses Interesse ist faszinierend. Die Leute wollen einfach eine richtige Rockband sehen und bekommen von uns, was sie wollen. Das ist ein Privileg.

 

Clam-Rock-Fahrplan - heute

14:45 Red Machete
15:45 Ten Years After - Band
16:45 The Sweet
18:00 Mother’s Finest
19:30 Jethro Tull’s Ian Anderson
21:00 Deep Purple

Linzer Trio eröffnet das "Clam Rock"

Linzer Trio eröffnet das "Clam Rock"

Es ist ein Kindheitstraum, der heute Nachmittag für Marco Hadzic (23), Christoph Hanna (20) und Klaus Fischer (25) alias "Red Machete" beim OÖN-Konzertsommer in Erfüllung geht. Das junge Rock’n’Roll-Trio aus Linz eröffnet das "Clam Rock Festival" – und wird damit auf der selben Bühne stehen wie Ten Years After, Jethro Tull oder Deep Purple.

"Das ist ein Wahnsinn, besser kann ich es nicht beschreiben!", sagt Schlagzeuger Klaus Fischer. Mit im Gepäck hat das 2008 gegründete Gespann die Songs ihres kürzlich veröffentlichten Debütalbums "Bright Lights". Wer auf lässigen, ehrlich-kompromisslosen Rock’n’Roll steht, der sollte sich den Auftritt von Red Machete nicht entgehen lassen!     (ll)

 

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Artikel Helmut Atteneder 08. Juli 2016 - 00:04 Uhr
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