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Welturaufführung: Putzleinsdorf singt und spielt seine eigene Geschichte

Am Samstag fand die Premiere der "Leinenhändlersaga" im oberen Mühlviertel statt.

Welturaufführung: Putzleinsdorf singt und spielt seine eigene Geschichte

In der Pause zieht der Tross samt Publikum auf den Marktplatz. Bild: Grubmüller

Den schwerreichen und auf seinen eigenen Vorteil konzentrierten Leinenhändler Ignaz Schraml hat es in Putzleinsdorf tatsächlich gegeben. Genauso wie den – im Stück leidenschaftlich Kantaten komponierenden – Oberlehrer Anton Wögerbauer (Hans Falkinger). Nur die Liebesg’schichten und Heiratssachen von deren Töchtern Karoline (Tanja Höfer) und Hedwig (Johanna Rosa Falkinger) sind frei erfunden. "Aber Ähnlichkeiten mit der Wirklichkeit sind geplant und erwünscht", wie der aus Helfenberg stammende Ex-Vizekanzler Reinhold Mitterlehner in seiner Eröffnungsrede sagte.

Wir schreiben das Jahr 1874, von dem das überwältigende Putzleinsdorfer Bühnenprojekt "Die Leinenhändlersaga" erzählt und damit die Wurzeln seiner eigenen Identität freilegt. Johannes Huber hat das Libretto dieses Volksstücks im Operrettengewand geschrieben, sein Bruder Norbert inszeniert, vom deutschen Komponisten Tristan Schulze stammt die spannende Komposition.

Welturaufführung: Putzleinsdorf singt und spielt seine eigene Geschichte

Es herrscht Volksfeststimmung, liebevoll gestaltete Hinweistafeln weisen den Weg zur Bühne, die österreichische Fahne ist vor etlichen Häusern gehisst. Ein Viertel aller 1500 Putzleinsdorfer hat sich für dieses bemerkenswerte Open-Air-Projekt ins Zeug gelegt. Auch solche, die vor Jahren nach Wien abgewandert sind: Johanna Rachinger zum Beispiel, die Direktorin der Nationalbibliothek, sie spielt Ignaz Schramls edle Ehefrau Theresia mit Grandezza. Oder der halbe Mühlviertler und ehemalige Wiener-Philharmoniker-Vorstand Clemens Hellsberg, dessen Mutter aus Putzleinsdorf stammt. Er wechselt sich mit Bruckner-Orchester-Geiger Josef Fuchsluger als Konzertmeister des NordwaldKammerorchesters unter der Leitung von Thomas Eckerstorfer ab.

Karoline ist in den Bauernsohn Adam verknallt. Hedwig will unbedingt Unterlehrer Josef heiraten. Aber die Väter der jungen Frauen sträuben sich. "Heirat ist etwas Geschäftliches, Geld ist die Herzensangelegenheit", sagt Ignaz Schraml (Paul Linecker).

Wie sich der Börsencrash in Wien und das Auftauchen von Norbert Hanrieder als neuer Vikar auf Putzleinsdorf und die Leinenweber auswirkt, davon erzählt das Singspiel. In der Pause geleitet die Blasmusik die mehr als 500 Premierenbesucher auf den prächtigen Marktplatz, als schlenderten alle im Takt der Zeitgeschichte. Ob Karoline und Hedwig ihr Glück finden, sei hier nicht verraten. Nur so viel: Am Ende feierte das Publikum das Putzleinsdorfer Herzensprojekt im Stehen.

 

"Leinenhändlersaga", ein Volksstück als Oper von Johannes Huber (Libretto) und Tristan Schulze (Musik), Regie: Nobert Huber, Premiere: 23. Juli, Termine: 26., 27., 28., 29. Juli; 2., 3., 4., 5. August, jeweils 20 Uhr; 30. Juli um 18 Uhr. Info/Karten: 07286/8279-30815, unter der OÖN-Tickethotline 0732/7805-805 sowie in den OÖN-Vorverkaufsstellen in Linz, Wels, Ried/I.

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Artikel Peter Grubmüller 24. Juli 2017 - 00:04 Uhr
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