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Welche Farbe hat die Zeit?

Salzkammergut Festwochen: Regisseurin Carola Mair präsentiert am Freitag in Gmunden ihren Film über die Künstlerin Inge Dick, die Licht und Farbe in ihre Bilder bannt.

Welche Farbe hat die Zeit?

Die stille Künstlerin dokumentiert die Veränderungen von Licht und Farben im Lauf der Zeit. Bild: Hermann Seidl

Sie lässt das Licht für sich malen: Inge Dick, die in Wien geborene und seit mehr als 30 Jahren in Innerschwand am Mondsee lebende Künstlerin, nutzt fotografische Verfahren für ihre Werke. Die Motive wirken wie abstrakte Kompositionen, sind aber Abbilder ganz konkreter Wirklichkeit. Über Stunden und Tage fotografiert oder filmt Dick Flächen, deren Farbe sich durch das im Lauf der Tages- oder Jahreszeit veränderte Licht ebenfalls wandelt. Die Ergebnisse sind, trotz ihrer Reduziertheit, sehr farbintensiv und dokumentieren auf subtile Weise den Lauf der Zeit.

Von Bad Ischl bis London

Flüchtigkeit und Vergänglichkeit sind nur zwei der Themen, die die vielfach ausgezeichnete Künstlerin, die im Jahr 2011 mit dem Großen Kulturpreis des Landes Oberösterreich geehrt wurde, mit ihren Arbeiten anschneidet. "Ohne Licht gäb’s nichts. Es hat natürlich auch eine transzendente, geistige Bedeutung. Aber das Thema Licht ist so allumfassend, so universell. Es wird für jeden Menschen eine große Bedeutung haben", sagt die 77-Jährige im Gespräch mit Carola Mair, die unter dem Titel "Lichtblicke – Das Licht der Inge Dick" ein filmisches Porträt der Fotografin, Malerin und Videokünstlerin gedreht hat. Es sei ihr ein großes Anliegen gewesen, "stille Bilder zu malen, die sich erst eröffnen, wenn man sich Zeit nimmt", sagt Dick, die noch bis 14. Oktober mit ihren Werken an der Ausstellung "Shape Of Light. 100 Years Of Photography And Abstract Art" in der renommierten Londoner Tate Modern beteiligt ist. Anlässlich eines Auftrags für die Neugestaltung des Innenraumes der Stadtpfarrkirche Bad Ischl hat Dick neuerdings die besondere Farbe Gold für sich entdeckt: Sie sei "so etwas Positives", sagt Dick. Ohne den Auftrag für die Kirche wäre sie nie auf Gold gekommen.

Mairs Film zeigt Einblicke in das künstlerische Schaffen und vermittelt einen Eindruck von der Persönlichkeit der bescheidenen, ruhigen Künstlerin. Die Regisseurin sagt über ihre Beweggründe, diesen Film zu drehen: "Inge Dick ist für mich eine Art Lieblingsmensch, weil sie ein Mensch ist, dem Resonanz in Tun und Denken wichtig ist." Der Film sei aber auch "in weiterem Sinn eine Hommage an das Alter und soll Mut machen, der eigenen Vergänglichkeit gelassener ins Auge zu blicken". Mair fängt auch in ihren filmischen Bildern das Licht ein, zeigt die Künstlerin am See sitzend, dessen Wasseroberfläche die Sonnenstrahlen reflektiert. Am Freitag präsentiert die Regisseurin ihren Film im Rahmen der Salzkammergut Festwochen im Stadttheater Gmunden. Sowohl die Künstlerin als auch die Filmemacherin werden anwesend sein.

Filmpräsentation: 18 Uhr, Stadttheater, Theatergasse 7, 4810 Gmunden. Infos und Kartenbestellung unter www.festwochen-gmunden.at

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Artikel Hannah Winkelbauer 08. August 2018 - 00:04 Uhr
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