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Uraufführung: "Die Weiden" als Oper mit Tücken

Nach mehr als acht Jahren setzte die Staatsoper mit Johannes Maria Stauds Oper "Die Weiden" am Samstag wieder eine Uraufführung auf den Spielplan.

Uraufführung: "Die Weiden" als Oper mit Tücken

Komponist Johannes Maria Staud Bild: APA

Im harmlosen Thriller, den Durs Grünbein entwirft, könnte die Suche eines jungen Paares nach den eigenen Wurzeln ein regelrechter Horrortrip werden, würde sich nicht daraus ein viel zu harmloses Holocaust-Moralstück entwickeln.

Die Heimat – nicht explizit genannt: Hainburg – mutiert von der ersehnten Familienidylle zum Schauplatz des Todesmarsches von jüdischen Zwangsarbeitern am Karfreitag 1945. Keiner der Dortigen will dafür Verantwortung tragen. So werden alle zu "Karpfenmenschen", die die Wahrheit ignorieren. Die Einzige, die diese erkennt, ist die Jüdin Lea, die sich dadurch vom dort abstammenden Peter immer mehr entfernt.

Höchst engagiertes Orchester

Die Musik von Johannes Maria Staud spielt mit Versatzstücken bis zu Wagner-Zitaten und jazziger Unterhaltungsmusik, bleibt aber trotz der dramaturgischen Kraft eines riesigen Orchesterapparats vorwiegend deskriptiv und findet ihre spannendsten Momente in den orchestralen Zwischenspielen, nicht im eher banalen Text. Andrea Moses inszeniert in einem von Videoeinspielungen geprägten Bühnenbild die Geschichte gradlinig, kann aber die Brüche im Stück nicht wirklich umgehen. Ingo Metzmacher hat mit dem höchst engagierten Staatsopernorchester die Partitur akribisch erarbeitet und beeindruckend zum Klingen gebracht. Gekonnt Rachel Frenkel als Lea, Thomasz Konieczny als Peter. Aus dem insgesamt feinen Ensemble stachen Herbert Lippert und Monika Bohinec (Leas Eltern) und Wolfgang Bankl (Demagoge) heraus. (wruss)

Fazit: Ein Stück, das sich inhaltlich selbst im Weg steht und so trotz der ansprechenden Musik nur wenig an Plausibilität erfährt.

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Artikel 10. Dezember 2018 - 00:04 Uhr
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