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Stahlstadt-Krach im Kino

Es musste was geben. Und es hat was gegeben in Linz – jede Menge Kreativität, Drang, Musik und Jugendkultur. Auf der Suche nach der wilden Vergangenheit der Stahlstadtkinder haben Oliver Stangl und Christian Tod die Doku „Es muss was geben“ gebastelt – zu sehen heute in der OÖN-Filmnacht.

Stahlstadt-Krach im Kino

Was macht Linz besonders? Harald „Huckey“ Renner versucht die Erklärung. (Filmladen) Bild: filmladen

„Kiffen, Pogen, Kopulieren – Saufen und Gewalt.“ So erlebte Thomas „Baua“ Hauer, untertitelt mit „Linzer Ur-Punk“, seine Jugend in der Stahlstadt. Markus Binders Erinnerungen stützen sich mehr auf das musikalische Spektrum: „In den 80er Jahren in Linz war es wie bei einem Fernsehprogramm – man konnte immer weiterschalten, und es war faszinierend, wie viele Kanäle es gab“, sagt der Schlagzeuger von Attwenger.

Bunt, divers, interessant und unterhaltsam ist das Bild der Jugend- und Musikszene in der grauen Stahlstadt von Ende der 70er bis Anfang der 90er Jahre, das die Regisseure inspiriert von Andreas Kumps gleichnamiger Interviewsammlung zeichnen. Von „Willi Warma“ zu „Die Mollies“, von Landgraf-Exzessen bis zur Stadtwerkstatt-Gründung, von der Hymne „Stahlstadt-Kinder“ bis hin zu den HipHop-Experimenten von „Texta“: In launigen Interviews betrachten die Protagonisten von damals ihre Jugend teils mit der Ironie des Älteren und Weiseren, teils durch die (recht wilde) rosarote Brille.

Lokales Phänomen im Fokus

Aus den individuellen Erinnerungen ein kollektives Vergangenheits-Bild zu formen, versuchen die Regisseure erst gar nicht. Weil sich die fernen Jugendtage so unterschiedlich ins Gehirn eingebrannt haben, schneiden sie immer wieder widersprüchliche Aussagen gegeneinander. Verwackelte Konzertmitschnitte und Fotos geben den Worten ein Gesicht – leider viel zu selten.

In konventionellem Interview-Doku-Stil verbeißt sich „Es muss was geben“ in ein lokales Phänomen und vereint Local Heroes im vielfachen Sinn.

Wie war das Leben ohne Raum für die Jugend, und wie ist es zur Gründung von Kapu und Stadtwerkstatt gekommen? Der Versuch des Porträts einer Stadt, eines Gefühls und einer Generation zeigt auf, ruft in Erinnerung, ordnet ein zwischen tatsächlicher Relevanz und kurzzeitigem örtlichen Phänomen. Die Bedeutung des damaligen Wirbels und Krachmachens ist heute schwer auszumachen. „Fuckhead“-Mastermind Didi Bruckmayr sagt am Ende: „Es waren doch alles Jugendscherze.“ Die im Kino mitzuerleben, ist ein Volksfest für die, die sich diesen Spaß erlaubt haben, lohnt sich aber erfreulicherweise auch für jene, die damals nicht mitspielen durften.

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Artikel Von Julia Evers 20. Oktober 2010 - 00:04 Uhr
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