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Spanisches Barock im Strudengau

Spanisches Barock im Strudengau

Maria Weiss als „Palante“ Bild: Winkler

Donaufestwochen Strudengau: „La Guerra de los Gigantes“, Oper von Sebastián Durón, Dirigent: Rogério Gonçalves, Arkadenhof auf Schloss Grein, Premiere: 6. August

OÖN Bewertung:

Im Mittelpunkt der Donaufestwochen steht seit vielen Jahren eine eigene Opernproduktion, die Kostbarkeiten ans Licht bringt. Diesmal ist es die Oper „La Guerra de los Gigantes“ (Der Kampf der Giganten) vom Spanier Sebastián Durón (1660–1716) und damit aus einer Sparte, die bei uns kaum bekannt ist. Diese Begegnung ist dem Spürsinn und sicheren Griff der Intendantin Michi Gaigg, bekannt für ihre Kompetenz bei Alter Musik, zu verdanken.

Die Handlung enthält, typisch für die Entstehungszeit der Partitur, einen mythologischen Stoff. Sie erzählt von Göttern und Giganten, von Zorn und Zwietracht und vom Traum einer neuen Weltordnung. Die melodiöse Musik klingt für uns ein wenig ungewohnt – auch durch das Einbeziehen von Volkstümlichem – und versteht sich auf ideenreiche Formulierungen, welche die Handlung unterstreichen. Auf diese Weise werden zusätzlich zu den Angaben im Programmheft „Informationen“ geliefert.

Die Inszenierung von Manuela Kloibmüller lässt staunen, was die vier Darstellerinnen mit Bewegungen, Gesten und Mienen an Deutlichkeit und Lebendigkeit der Szenen vermitteln können.

Die denkbar sparsam ausgestattete Bühne und erst recht die pfiffigen Requisiten verleiten zum Schmunzeln. Die Kostüme leisten ein Übriges, um die Personen zu charakterisieren. Nicht zu vergessen der mit viel Grün umrankte Arkadenhof, so dass man sich um Jahrhunderte zurückversetzt fühlt.

Uneingeschränktes Lob gebührt den vier jungen Sängerinnen, mit reichen einschlägigen Erfahrungen ausgestattet: Eva Juárez (Jupiter), Camilla de Falleiro (Hercules), Anna Freivogel (Minerva) und Maria Weiss (Palante). Sie besitzen leichte und bewegliche, gut klingende und saubere Stimmen, die vorteilhaft eingesetzt werden. Dank perfekter Einstudierung gelangen die anspruchsvollen Partien souverän und prägnant, und das mit bewundernswertem Durchhaltevermögen, ohne Qualitätsverlust.

Auch diejenigen Ensemblemitglieder mit fremder Muttersprache haben den spanischen Text deutlich vermittelt. Die Instrumentalisten des Ensembles „A corte Musicale“ und einige Oberösterreicher aus der „Internationalen Opernakademie Grein“ ließen keinen Wunsch offen bei der Begleitung der Solisten und den programmatischen Orchesterstücken.

Österreichische Erstaufführung

Als guter Geist am Dirigentenpult lieferte Rogério Gonçalves Hervorragendes, und ihm ist auch das Einrichten der Partitur für die österreichische Erstaufführung in Grein zu verdanken. Die anspruchsvolle Partitur klang geschmeidig und wirkungsvoll; sie hat überdies in erfreulicher Harmonie zwischen den Instrumenten und Singstimmen niemals die musikalische „Seele“ verletzt. Was einst höfische Unterhaltung war, ist jetzt beste Sommerkost.

Info: Weitere Aufführungen am 13., 14. und 15. August, jeweils 18 Uhr. Tel: 07268/ 26 857.

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Artikel Franz Zamazal 08. August 2011 - 00:04 Uhr
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