Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Freitag, 19. April 2019, 18:40 Uhr

Linz: 22°C Ort wählen »
 
Freitag, 19. April 2019, 18:40 Uhr mehr Wetter »
Startseite  > Kultur

Schmusen mit Wildfremden - Angelika Niedetzky im OÖN-Interview

Vom ORF-Comedy-Erfolg „Echt fett“ bis zur Abnehm-Show auf ATV: Angelika Niedetzky (31) hat als Schauspielerin, Kabarettistin und TV-Persönlichkeit die Lacher auf ihrer Seite. Ab heute ist die Pleschingerin in „Die unabsichtliche Entführung der Frau Elfriede Ott“ im Kino zu sehen.

OÖN: Wie oft kommen Sie nach Oberösterreich?

Niedetzky: Manchmal mehr, manchmal weniger. Die Eckpfeiler Weihnachten, Muttertag, Geburtstag der Eltern sind natürlich nicht zu vergessen.

OÖN: Lustige Frauen sind selten...

Niedetzky: Mit 15 habe ich bereits gesagt, ich werde Kabarettistin. Ich habe das dann aber wieder verworfen, weil sich meine Eltern das gar nicht vorstellen konnten. Stattdessen habe ich dahinstudiert und mich dann erst nach drei Jahren ohne Wissen meiner Eltern bei der Schauspielschule angemeldet.

OÖN: Warum gibt es so wenige lustige Frauen?

Niedetzky: Zum einen glaube ich, dass uns die Gesellschaft Ideale vorgibt, in denen Frauen hauptsächlich hübsch sein müssen, Männer dürfen auch schiach sein. Ich denke, dass Frauen oft der Mut zur Hässlichkeit fehlt.

OÖN: Sie waren drei Jahre im Ensemble des Kabarett Simpl. Warum haben Sie aufgehört?

Niedetzky: Du spielst dort 200 Mal in der Saison, also faktisch jeden Abend. Du hast für nichts anderes Zeit, weder für Theater noch, um zu drehen. Es hat mir wahnsinnig viel Spaß gemacht, man verdient gut, aber man ist ein bisserl wie ein Beamter. Das war mir zu fad.

OÖN: Ihre Biografie weist Sie als Oberösterreicherin aus – Sie haben aber auch vier Jahre in Griechenland verbracht...

Niedetzky: Mein Vater hat an der deutschen Schule in Thessaloniki unterrichtet. Als ich mit sieben Jahren zurückgekommen bin, habe ich nur noch piefkenesisch gesprochen, weil ich dort mit lauter Deutschen in der Schule war. Dann bin ich nach Steyregg gekommen und war der totale Außenseiter – also habe ich schleunigst Dialekt gelernt.

OÖN: Sie haben sich beklagt, dass Sie auf die Rolle der lauten Proletin abonniert sind. In „Die Entführung“ spielen Sie die promiskuitive Krankenschwester Vroni...

Niedetzky: Da bin ich vielleicht eine Proletin, aber keine laute. Außer diesen ganzen Sexszenen, die ich zu spielen habe, die sind vielleicht laut.

OÖN: Wie geht es Ihnen damit?

Niedetzky: Angenehm, wenn das Gegenüber nicht grauslich ist. Das kreist immer wieder im Kopf, wenn es heißt „Du wirst eine Sexszene haben“. Ist der grauslich? Mag ich den? Es ist halt komisch, mit einem Wildfremden zu schmusen. Aber man macht es dann halt.

OÖN: Was hat das TV für Ihre Karriere getan?

Niedetzky: „Echt fett“ war ein Grundstein, meine erste große Fernseh-Geschichte. Und ich habe in „Echt fett“ mehr über Schauspiel gelernt als in drei Jahren Schauspielschule. Dann haben sich andere Comedy-Formate ergeben, irgendwann hat man dann aber den Stempel „Die g‘scherte Lustige“ am Hirn. Das taugt mir nicht. Ich will als Schauspielerin wahrgenommen werden.

Kommentare anzeigen »
Artikel Von Julia Evers 30. September 2010 - 00:04 Uhr
Mehr Kultur

Beschuldigte Ballett-Lehrerin: "Da werden politische Spielchen gespielt"

Nach den Vorwürfen rund um die Ballettakademie der Wiener Staatsoper hat sich nun die beschuldigte ...

"Bis jetzt gab es keine Kündigung"

Seit Jänner ist Burgtheater-Heimkehrer Thomas Königstorfer wieder kaufmännischer Direktor des Landestheaters.

Trauer hat immer auch mit Liebe zu tun

Mechthild Schroeter ist Trauerbegleiterin und arbeitet mit den Angehörigen jener Schüler, die 2015 beim ...

Der Osterhase kommt mit Maiduft

Wie schön! In den milden Ecken des Landes blühen die ersten Maiglöckchen.

Neue musikalische Verstärkung für den OÖN-Konzertsommer

Nur noch 65 Tage, dann startet endlich der OÖN-Konzertsommer auf Burg Clam in seine 29. Saison.
Meistgelesen   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS