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Pointierte Bau-Kunst im Musiktheater

Fünf Kunst-Männer entschieden den Wettbewerb der „Kunst am Bau“ für sich.

Pointierte Bau-Kunst im Musiktheater

Ein Tierchen aus der Ursuppe? Klaus Pinters „sculpture flottante“ Bild: gunn, winkler

Hölzerne Lamellen ragen bis hoch hinauf ins Obergeschoß. Dazwischen akzentuiert von einem Geflecht dünner Messing-Röhrln. Assoziationen an die Garderobenwände in der prägnanten Ästhetik der 1950er mögen sich den reiferen Semestern als Déjà-vu durch die Gedanken drängen, stimmen aber nicht: die markante Front-Ansicht im Foyer des Musiktheaters heißt „Tangosaurus“ und ist eine großartige interaktive Klang-Installation des Grazer Künstlers Constantin Luser, die per Bandoneon angesteuert werden kann.

Vierzehn Einladungen

Das Geflecht ist zudem eines der Siegerprojekte jenes Wettbewerbes, der hier in und außerhalb des neuen Gebäudes Volksgarten 1 pointierte „Kunst am Bau“ bringt. „Kunst am Bau“ – verankert im oberösterreichischen Kulturfördergesetz – verpflichtet, bei öffentlichen Bauprojekten 1,5 Prozent der Bausumme in Kunst zu investieren. Aus Einreichungen von vierzehn eingeladenen Kunstschaffenden wurden von der Jury Projekte von Oliver Dorfer, Constantin Luser, Hans Kupelwieser, dem Schärdinger „Haus Rucker“ Klaus Pinter sowie Johannes Deutsch (dieses Projekt ist noch nicht fertig) für den Innen- und Außenraum ausgewählt.

Wie ein Tierchen aus der Ursuppe taucht da Klaus Pinters (*1940) pneumatisches Objekt „sculpture flottante“ durch die Etagen. Der irritierende Ausschnitt hinter dem Café-Bereich verleitet schnell dazu, hinaufzuwandern, nachzuforschen, ob und wie denn das seltsame Plastikding weitergeht. Die transparent gehaltene, aufgeblasene, organische Formensprache ist typisch für Pinters künstlerisch-architektonische Hochblüte mit den „HausRuckern“ in den 1960er- und 1970er-Jahren.

Mehr als 1,2 Millionen Euro

Absolut „heutig“ hingegen Oliver Dorfers hochformatiges „Valve“ (=Ventil)-Vinylgemälde im Foyer rechts, das assoziative Theatermomente in- und übereinander schichtet. Assoziationen haben hier überhaupt Hochsaison: so auch bei Hans Kupelwiesers Alukugeln, die sich überm Trafohäuschen ballen wie die Schaumblasen in der Badewanne.

Vom „Kunst am Bau“-Budget – mehr als 1,2 Millionen Euro – wurde nachträglich eine Arbeit von Elisabeth Plank angekauft, angedacht ist weiters eine Musiktheater-spezifische Fassaden-Plane vom documenta-Künstler Peter Kogler, dessen Verkleidung der Gmundner Galerie 422 nach wie vor international Aufsehen erregt.

Kunst am Bau im Musiktheater

Oliver Dorfer - „The Valve“

Ein Kaleidoskop aus Bühnen-Assoziationen lässt der Linzer Künstler Oliver Dorfer zu „The Valve“ (auf Deutsch zum „Ventil“) rechts im Foyer des Erdgeschosses drängen. Der 1963 in Linz geborene und lebende Künstler ist einer der international erfolgreichsten Künstler Österreichs.

Constantin Luser - „Tangosaurus“

Mit Interaktivität über mehrere Etagen punktet das „Linzer Vereinigungsbandoneon Tangosaurus“ von Constantin Luser. Der 1976 in Graz geborene Designer und Konzeptkünstler ist weltweit präsent und erhielt 2003 das österreichische Staatsstipendium für Bildende Kunst.

Hans Kupelwieser - „Einhausung Trafogebäude“

Der Banalität eines Trafohäuschens setzt der 1948 im niederösterreichischen Lunz am See geborene, international renommierte Bildhauer, Grafiker, Fotograf, Medienkünstler und TU-Professor Hans Kupelwieser mit Alu-Kugeln ein spielerisch-lustvolles Kleid gegenüber.

Johannes Deutsch - „Einhausung Tunneleinfahrt“

Musiktheater-Geschichte schrieb der Linzer Künstler (*1960) Johannes Deutsch mit seinem phänomenalen 3D-“Rheingold“ für das Brucknerfest 2004. Nun gestaltet er die Straßenbahneinfahrt mit Musiktheaterfassadenelementen und pulsierenden LED-Lampen (Objekt noch in Arbeit).

Lesen Sie hierzu auch einen Kommentar von der OÖN-Kulturredakteurin Irene Gunnesch.

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Artikel Irene Gunnesch 20. April 2013 - 01:22 Uhr
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