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Plöchl & Co.: Mundart ist in aller Munde

Mundart rockt. Nicht erst seit Lukas Plöchl ist Dialekt in der Musik in aller Munde. In den letzten Jahren ist ein stetiges Wachstum der Dialektmusik-Szene zu beobachten. Oberösterreich und seine Künstler sind dabei eine treibende Kraft.

Mundart ist in aller Munde

Krautschädl, eine der Vorreiter-Bands des Dialekt-Rock in Österreich, präsentieren diese Woche ihr neues Album. Bild: Marco Prenninger

Nach der Hoch-Zeit des Austropop war es lange still um die Mundart-Musik. Seit einiger Zeit herrscht jedoch „ein irrsinniges Aufbrechen, was österreichische Musik anbelangt“, sagt Josef Winklmayr, Musikchef bei Life Radio. Wir sprechen, denken und träumen im Dialekt. Warum sollten Musiker nicht auch im Dialekt singen? „Ein Text in einer fremden Sprache, und da gehört auch Hochdeutsch dazu, kann niemals die gefühlten Emotionen wiedergeben“, sagt Christian Wagner, Chef von Eiffelbaum Records, einem Label, das sich auf Dialektmusik spezialisiert hat. Mit guten Mundart-Texten können sich Hörer schnell identifizieren. „Bands, die im Dialekt singen, wirken direkter. Sie klingen ehrlich, bodenständig und authentisch“, sagt Winklmayr. Es ist die Kombination aus moderner Musik, bodenständigem Idiom und aktuellen Texten, die immer mehr Bands dazu bringt, sich der Dialektmusik zu verschreiben.

Dialekt heißt nicht Austropop

Der Trend zum Dialekt ist jedoch nicht mit Volksmusik oder Austropop gleichzusetzen. Dialektmusik ist eine Charakterisierung ohne Einschränkung, sie passt in keine Schublade. „Austropop war unterm Strich immer das Gleiche. Junge Musiker wollen gar nicht in eine Schublade gesteckt werden. Sie machen, was sie wollen“, sagt Wagner. Junge erfolgreiche Dialekt-Bands wie Krautschädl, Manuel Normal oder Fotzhobl mischen verschiedenste Stile und Rhythmen. Was die Bands verbindet, ist der Dialekt, nicht der Musikstil.

Die modernen Dialekt-Bands erzählen Geschichten, wie sie das Leben schreibt und wie ihnen „die Goschn g’wachsen ist“, so Clemens Meissl, Gitarrist von Fotzhobl. Die Musiker nehmen sich in ihren Texten kein Blatt vor den Mund. Kritische Themen gehören zum Standardprogramm.

Die Bands bedienen sich des Dialekts, um gehört und verstanden zu werden. „Ich setze mich nicht umsonst hin und schreibe stundenlang an Texten, wenn ich nicht wollte, dass sich jemand Gedanken darüber macht“, sagt „Der Otsch“ Christian Olear.

Begrenzter Aktionsradius

Verstanden werden die Musiker mit ihren Dialekt-Texten meist nur im Heimatland. Ein Nachteil am Musizieren in Mundart? Wagner sieht das anders: „Natürlich kann man mit österreichischer Dialektmusik nicht auf der ganzen Welt mitmischen. Musik ist grundsätzlich aber immer grenzenlos. Den Eros Ramazzotti verstehen auch die wenigsten, und trotzdem war er international erfolgreich.“

Wagner glaubt, dass sich die Dialektmusikszene in Zukunft positiv entwickeln wird: „Radiomacher und Veranstalter werden umdenken müssen und wieder mehr heimische Musik spielen.“

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Artikel Nina Lindschinger 22. Februar 2011 - 00:04 Uhr
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