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Operette, Pirouette und ungarischer Zungenschlag

Marika Rökk wäre heute, Sonntag, 100 Jahre alt geworden.

Marika Rökk mit Peter Alexander

Marika Rökk mit Peter Alexander in der Filmkomödie »Hochzeitsnacht im Paradies« aus dem Jahr 1962 Bild: Gloria

Sie tanzte, sang und spielte auf der Bühne, im Film und im Fernsehen. Marika Rökk verkörperte das lebensfrohe Energiebündel mit Herz und ungarischem Zungenschlag. Ihre Spezialität war die Pirouette. Am 3. November 1913 wurde sie in Kairo als Tochter eines ungarischen Architekten geboren, der die Ausschreibung zum Bau einer Brücke in Ägypten gewonnen hatte.

Rökk verdankte ihren Erfolg auch eiserner Disziplin. Schon als Elfjährige trat sie im Pariser Revuetheater „Moulin Rouge“ auf, reiste durch Europa und die USA. Mit 17 Jahren wurde sie vom Film entdeckt und in den 30er Jahren einer der großen Ufa-Stars. „Wenn man als begabter Mensch geboren wird, ist das auch eine Aufgabe, für die man leben muss“, hat sie ihr Selbstverständnis beschrieben. „Sie war für den Tanz geboren“, sagt ihre Tochter, die Schauspielerin Gabriele Jacoby. Der Vater spielte eine Schlüsselrolle, wurde auch Manager und Betreuer . „Er hat über alles sehr gewacht und auch die Rollen ausgesucht“, sagt Jacoby, die selbst seit 50 Jahren auf der Bühne steht.

Rökks Naturell und Talent auf den Leib geschneidert waren die Operette und der Musikfilm. „Frauen sind die besseren Diplomaten“ (1941), „Die Frau meiner Träume“ (1944), „Die Csárdásfürstin“ (1951) oder „Maske in Blau“ (1953) zählten zu ihren größten Erfolgen. Die Drehjahre signalisieren: Die Popularität während der Nazi-Zeit hat ihr später kaum geschadet.

700 Mal die „Mariza“

Nach weiteren Film-Erfolgen in der Wirtschaftswunderzeit sah Rökk ihre Zukunft ab den 60er Jahren vor allem auf der Bühne. Ihren persönlichen Auftrittsrekord hielt sie mit der „Gräfin Mariza“ aus der gleichnamigen Operette von Emmerich Kálmán. Mehr als 700 Mal gab sie die reiche Adlige, die zuletzt standesgemäß heiraten darf.

In den Jahren vor ihrem Tod 2004 lebte sie zurückgezogen in ihrem Haus in Baden bei Wien und wunderte sich beim Blick in die Zeitungen, wie schnell man heutzutage „Star“ genannt wird. „Das hat sie sehr irritiert“, sagt ihre Tochter.

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Artikel 02. November 2013 - 00:04 Uhr
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