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OÖNachrichten-Reihe: Verstehen Sie Kunst - Osamu Nakajima

Peter Assmann, Leiter des Museums Angerlehner in Thalheim bei Wels (Ascheter Straße 54), das am Donnerstag, eröffnet wird, bringt in der OÖNachrichten-Reihe „Verstehen Sie Kunst?“ Künstler und ihre Werke anhand von fünf Kriterien näher.

Osamu Nakajima

Skulptur von Osamu Nakajima   Bild: (Sammlung Angerlehner)

Kreativität: Exakt gezogene Kanten, glatt polierte Oberflächen und ein komplexer konstruktiver Aufbau des Skulpturvolumens prägen die Werke von Osamu Nakajima in nachdrücklicher Weise. Die technische Perfektion der exakten Bearbeitung des harten Stein-Materials, die klare Linienführung verbunden mit der Konzentration auf schwarzen Granit sind ein eigenständiger Entwicklungsschritt, wie er nur von diesem Künstler in dieser Form gesetzt worden ist.

Die geometrischen Linien verbinden sich zu einer spannenden Abfolge unterschiedlicher Ansichten der Skulpturen, die immer umschritten werden müssen, um die Gesamtheit der Form erkennen zu können.

Können: Allein technisch in der Steinbearbeitung sind die Werke des Künstlers von einer absoluten Perfektion geprägt. Eine kleine Fehlstelle, ein Abgleiten, und das gesamte Werk ist zerstört.

Aber nicht nur technisch hat Osamu Nakajima höchste Ansprüche an seine Werke gestellt, sondern auch an die formale Gestaltung: Immer wieder von neuem interpretiert er geometrische Konstruktionslinien im Raum zu spannenden, ineinander verschachtelten Körperformen. Die Spiegelungen der Oberflächen sind genauso kalkuliert wie das besondere Erlebnis des „Begreifens“ dieser Skulpturen.

Künstler: Osamu Nakajima wurde 1937 in Japan geboren. Er kam 1969 zu Besuch zu einem der berühmten Steinbildhauer-Symposien in Mauthausen-Gusen, ist daraufhin gleich in Oberösterreich geblieben und lebte bis vor kurzem in Langenstein. Der Künstler ist erst vor wenigen Monaten verstorben.
Seine Skulpturen fanden nicht nur in Privatsammlungen großen Anklang, sondern er realisierte auch mehrfach Steinskulpturen im öffentlichen Raum, so etwa beim Neuen Rathaus in Linz.

Kritik: Die Kunstkritik hat das Werk Osamu Nakajimas immer im Spannungsverhältnis zu meditativ-konstruktiven Tendenzen auf der einen Seite und zur Entwicklung der europäischen Steinbildhauerei auf der anderen Seite gestellt. Seine diesbezügliche Einzelposition ist dabei stets betont worden.
Museumspräsentationen des Künstlers erfolgten in der Neuen Galerie der Stadt Linz (dem heutigen Lentos) sowie gemeinsam mit Inge Dick in der Landesgalerie. Erst vor kurzem ist eine große Buchpublikation über den Künstler erschienen.

Kunstmarkt: Die hohen technischen Anforderungen an seine Skulpturen überzeugten viele öffentliche und auch private Sammler, sodass seine Preisentwicklung stabil geblieben ist, auch bei insgesamt nachlassendem Interesse in den letzten Jahren am Thema der Steinbildhauerei.
Seine großformatigen Skulpturen – wie auch die hier in diesem Artikel abgebildete – sind mit etwa 20.000 bis 25.000 Euro einzuschätzen.

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Artikel Peter Assmann 11. September 2013 - 00:04 Uhr
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