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Musikgeschichte neu interpretiert

Das Lombardini Quartett bot in der Stiftskirche Baumgartenberg ein Konzert, das nicht nur den Ohren hohen Genuss bereitete, sondern auch praktizierende Musikgeschichte zu betreiben wusste.

Musikgeschichte neu interpretiert

Lombardini Quartett Bild: Ramalho

Die venezianische Violinistin und Komponistin mit dem klingenden Namen Maddalena Laura Lombardini Sirmen (1745–1818) war vier Spezialistinnen der historischen Aufführungspraxis Patronin für die Gründung eines Streichquartetts. Die Zeitgenossin Haydns galt als Ausnahmetalent, über damals vorherrschende gesellschaftliche Reglements setzte sie sich energisch hinweg und agierte entgegen den Normen erfolgreich in der männerdominierten Musikwelt.

Das Lombardini Quartett interpretiert ihre Werke, geleitet von der Idee, der Entwicklung der Gattung Streichquartett nachzugehen. "Joseph Haydns Vorgänger" war der Titel des Konzerts in der Stiftskirche Baumgartenberg – die Spurensuche mäanderte sich von Antonín Kammel über Franz Xaver Richter und Matthias Georg Monn hin zu Haydn.

Stile herausgestrichen

Die Quartett-Töne der Venezianerin traten dabei in ihrer Verspieltheit und Publikumswirksamkeit hervor, ganz barockem Gestus verpflichtet zeigte sich Monns ouvertürenhafte Adagio-Fugen-Kombination. Das Lombardini Quartett wusste die unterschiedlichen Stilmomente im wahrsten Sinne des Wortes "herauszustreichen". Wohlgeformte Einzelstimmen, an der rechten Stelle auch die Führung übernehmend, kreierten ein transparentes und doch fülliges Ganzes. Und dass Haydn doch Haydn bleibt, erschloss sich im Finalwerk: Mit dessen Quartett C-Dur op. 9/1 tat sich ein besonders intensives Musizieren auf, das hohe Satzkunst und geniale Themenverarbeitung aufleuchten ließ. (kw)

Fazit: Das Lombardini Quartett bot ein Konzert, das nicht nur den Ohren hohen Genuss bereitete, sondern auch praktizierende Musikgeschichte zu betreiben wusste.

Konzert: Lombardini Quartett, Stiftskirche Baumgartenberg, 1. August

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Artikel 03. August 2018 - 00:04 Uhr
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