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Music Unlimited-Festival mauserte sich zum „waschaechten“ Erfolg

Kulturszene

Peter Brötzmann kuratiert und stellt aus. Bild: Johannes Kastinger

Wenn mit Peter Brötzmann einer der bekanntesten europäischen Jazzmusiker von 3. bis 6. November das Festival „Music Unlimited“ in Wels kuratiert, ist das gleich doppelter Anlass zum Feiern.

Der veranstaltende Verein waschaecht feiert sein 30-jähriges Bestehen, das Festival-Aushängeschild geht heuer zum 25. Mal über die Bühnen. Erstmals wird die improvisierte Musik an gleich vier Tagen in Wels gefeiert – unter dem Titel „long story short“ lockt Peter Brötzmann nicht nur mit rund 20 Konzerten von Musikern von Japan bis Marokko, sondern auch mit Filmvorführungen und zum Auftakt sogar mit einer Ausstellung seiner eigenen Malerei und Objekte in der MKH Fabrik.

Großes Renommee und ein jährlich ausverkauftes „Music Unlimited“ mit 2000 Besuchern sprechen für sich.

„Angefangen hat alles nach der Schlachthof-Gründung 1985. Wir waren damals ein Haufen musikbegeisterter junger Menschen, die durch Europa gefahren sind und sich Festivals angeschaut haben“, sagt Wolfgang Wasserbauer von waschaecht.

Jazz und Improvisation

Der Beschluss, so etwas auch in Wels auf die Beine zu stellen, folgte rasch – anfangs noch mit der strengen Auflage, die Auseinandersetzung mit zeitgenössischer moderner Musik zu pflegen. Seit 1993 wird das „Music Unlimited“ alle zwei Jahre in die Hände eines Kurators gelegt, der Schwerpunkt verschob sich vom reinen Jazz hin zum Überbegriff improvisierter Musik.

Die Hauptanliegen des Vereins waschaecht formuliert Wasserbauer so: „Wir wollen die regionale Kulturentwicklung unterstützen, junge Künstler und Bands fördern, schauen, was es an Entwicklungen gibt, ohne dabei abgehoben zu agieren.“

Unter den 45 Veranstaltungen pro Jahr, die der Verein mit seinen 200 Mitgliedern stemmt, finden sich mittlerweile auch Literatur-Abende. „Musik abseits des Mainstreams war aber immer unser Hauptding“, sagt Wasserbauer.

In Wels sei genug kulturelles Potenzial vorhanden. „Im Vergleich zu anderen Kleinstädten in Mitteleuropa ist das Kulturangebot unglaublich reichhaltig. Was wir jetzt brauchen würden, wären Rahmenbedingungen vonseiten der Politik, um diesen Reichtum zu verwalten. Ein Kulturentwicklungsplan würde auch Wels weiterbringen.“

 

Guter Zweck

Ein besonderes Ereignis ist das „fukushima project“ am Sonntagnachmittag (15 Uhr) im Welser Stadttheater. Dabei tritt das „chicago tentet“ mit japanischen Gästen (Otomo Yoshihide, Toshinori Kondo, Akira Sakata, Yagi Michiyo) auf. Der Reinerlös der Veranstaltung kommt zur Gänze dem Projekt „save takata“ zugute.
 

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Artikel Julia Evers 02. November 2011 - 00:04 Uhr
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