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Mit äußerster Disziplin zur Spitze

Mit äußerster Disziplin zur Spitze

Harte Lehrjahre: Welser-Möst (50) Bild: APA

Für Franz Welser-Möst war das Leben nicht immer nur von Erfolg gepflastert. Herbe Niederlagen, vernichtende Kritiken und vor allem ein Verkehrsunfall, der den Traum des jungen Musikgymnasiasten, einmal ein großer Geiger zu werden, vernichtete, waren Rückschläge, die aber die Karriere umso mehr beflügelten.

Geboren wurde der heutige Pultstar am 16. August 1960 in Linz. Sein Vater war Arzt, seine Mutter später Nationalrätin. Schon früh zeigte sich seine Musikalität, und auch der Gründer des Linzer Musikgymnasiums, Balduin Sulzer, erkannte, dass da eine ganz außergewöhnliche Begabung in seinem ersten Jahrgang saß. So konnte er sehr früh mit dem Dirigieren beginnen und erarbeitete sich in diesen Jahren ein unglaubliches Repertoire. Manches davon durfte der Autor dieser Zeilen unter seiner Leitung singen – war er doch dem Musikgymnasium bis 1997, Sulzers Pensionierung, eng verbunden. Während dieser Zeit gab es erste Chefposten in Norrköping und Winterthur und 1990 wurde er aufgrund äußerst erfolgreicher Gastdirigate Music Director von London Philharmonic.

Das waren seine härtesten Lehrjahre. Die Presse ging auf Opposition und vertrieb das immer wieder begeisterte Publikum. Unüberwindbare Differenzen mit dem Management führten 1996 zum unrühmlichen Ende. Dafür konnte er sich nun ganz auf den Posten des Musikdirektors am Zürcher Opernhaus konzentrieren und hatte hier die Chance, ein Werk nach dem anderen zu studieren – bis 2008 waren es mehr als 50 Premieren. Doch auch hier war man nicht immer seiner Meinung. Nach seinem Abgang aber schielten plötzlich die Schweizer Kolumnisten, wie zuvor die Londoner, neidisch nach Wien: Ging doch auch hier ziemlich unbeachtet eine große Ära zu Ende. 2002 wurde Franz Welser-Möst Music Director in Cleveland, einem der besten Orchester Amerikas. Der Vertrag wurde bereits nach der ersten Saison bis 2018 verlängert. Seit 2010 ist er Generalmusikdirektor der Wiener Staatsoper, die er 2003 als Einspringer mit Wagners „Tristan“ endgültig eroberte. Die Folge: der gesamte „Ring“.

Sein Credo, das er auch jungen Talenten vermittelt, ist Disziplin. Denn nur so ist es möglich, außergewöhnliche Leistungen zu vollbringen. Rückschläge gibt es immer, aber diese zu meistern, richte einen erst wieder auf. Dazu kommt, dass man an seinen Weg glauben muss und sich nicht davon abbringen lassen darf. Davon zeugt auch sein großes soziales Engagement.

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Artikel 31. Dezember 2010 - 00:04 Uhr
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