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Maler Markus Prachensky (79) tot

WIEN. Der Meister der Farbe Rot ist gestorben: Markus Prachensky, einer der renommiertesten Avantgardemaler Österreichs, ist tot. Er verstarb in der Nacht auf Samstag im Alter von 79 Jahren in einem Wiener Krankenhaus.

MARKUS PRACHENSKY

Bild: APA

Die Kunstwelt und das offizielle Österreich zeigten sich betroffen vom Tod des abstrakten Malers, dessen Oeuvre zentral von einer Farbe bestimmt war. So nannte der Meister seine monumentalen, abstrakten Bilder gerne "Eine Reise durch die Farbe Rot" - eine Markenzeichen des gebürtigen Innsbruckers.

In der Tiroler Hauptstadt erblickte Prachensky am 21. März 1932 als Sohn des renommierten Malers und Architekten Wilhelm Nicolaus Prachensky das Licht der Welt. Seine Erfolge feierte er allerdings in Wien, wohin er mit 20 Jahren zum Studium der Architektur ging, bevor er sich 1953 zusätzlich der Malerei widmete. Nach einem zeitlich überschaubaren Frühwerk in der Tradition Mondrians, wandte er sich schließlich einer abstrakten Expressivität in seinem unverwechselbaren Rot zu. Gemeinsam mit Wolfgang Hollegha, Josef Mikl und Arnulf Rainer bildete er die "Gruppe St. Stephan", die 1957 in einer großen Ausstellung in der Secession vorgestellt wurde. Auf vielen Reisen sammelte er mediterrane Eindrücke und setzte als einer der ersten Künstler in Österreich auf Aktionsmalerei, etwa als er 1959 für "Peinture liquide" im Wiener Theater am Fleischmarkt Leinwände mit Farbe übergoss.

Ein Charakteristikum für Prachenskys Werk sei "die auffällige Energie des nachdrücklich gestischen Farbauftrags", so Peter Iden im aktuellen Katalog zur Ausstellung der Galerie Welz in Salzburg, die wie geplant am kommenden Donnerstag eröffnet werden soll. In Prachenskys Pinselführung dränge innere Bewegung und Erregung explosiv nach außen auf die Leinwand, so Iden über Prachenskys Bilder: "Es sind Zeugnisse für den unauflösbaren Widerspruch in den Konstellationen, die wir leben." "Nicht Anonymität des Künstlers, nicht Kollektiv der Idee, nicht intellektuelle Berechnung oder para-technische Erfindung, nicht ein antiseptischer Abzug sind gefordert, sondern wirkliche Malerei mit allen Höhen und Tiefen des Lebens und der Spiritualität", formulierte Prachensky selbst in einem 1961 veröffentlichten Manifest seinen Anspruch.

Die schon länger geplante Ausstellung in der Salzburger Galerie Welz werde nach dem Tod des Malers nun "eine kleine Hommage", wie Galerist Hubert Lendl gegenüber der APA betonte. Mit ausgewählten Werken zeige man bis 3. September einen schönen Überblick über das Prachensky'sche Oeuvre der vergangenen drei bis vier Jahre. Auch Kunstsammler Karlheinz Essl, Besitzer der größten Prachensky-Sammlung, der nach eigenen Angaben einen persönlichen Freund verloren hat, denkt an "eine kleine Gedächtnisausstellung". Als Person sei der Künstler "dem Leben und den Genuss zugetan" gewesen - und zugleich "ein fleißiger Arbeiter - so lange er konnte".

Entsprechend betroffen zeigte man sich auch in Albertina und Belvedere von der Todesnachricht. "Prachensky hat österreichische Kunstgeschichte geschrieben", unterstrich Belvedere-Direktorin Agnes Husslein-Arco: "Sich selbst in die Malerei einschreiben, das könnte man vielleicht als wesentliches Ziel seiner Malerei betrachten." Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder trauerte um einen persönlichen Freund: "Er ist vielleicht von allen österreichischen Künstlern der am wenigsten österreichische."

Ebenso zeigte das offizielle Österreich seine Trauer um den Verlust einer Galionsfigur der Nachkriegsavantgarde. Bundespräsident Heinz Fischer ehrte Prachenskys Oeuvre und unterstrich zugleich: "Ich selbst trauere um einen persönlichen Freund, dem ich mich seit Jahrzehnten verbunden gefühlt habe." Kulturministerin Claudia Schmied (S) verwies auf die weitgreifende Rolle des Künstlers für das Land: "Er gehört für mich zu den herausragendsten künstlerischen Persönlichkeiten, die sich für den Dialog innerhalb von Kunst und Gesellschaft eingesetzt haben." Außenminister Michael Spindelegger (V) strich den Einfluss des Künstlers auf nachfolgende Generation heraus, den er nicht zuletzt als Professor an der Wiener Akademie der Bildenden Künste ausgeübt habe. Dort war Prachensky, unter anderem Träger des Goldenen Ehrenzeichens der Republik, von 1983 bis zu seiner Emeritierung 2000 tätig.

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Artikel 16. Juli 2011 - 11:48 Uhr
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