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Liedermacher mit sozialkritischer Note: Sigi Maron verstorben

Der geniale Grantler der heimischen Musikszene und streitbare politische Geist wurde 72 Jahre alt.

Liedermacher mit sozialkritischer Note: Sigi Maron verstorben

Sigi Maron (1944–2016) Bild: APA

Für ihn war die Bezeichnung "unbequemer Musiker" wohl so treffend wie für wenige andere Protagonisten der heimischen Popszene: Siegfried "Sigi" Maron war ein sozialkritischer Liedermacher, wie er im Buche steht. Am Montag starb der Musiker im Alter von 72 Jahren.

Geboren wurde Sigi Maron am 14. Mai 1944 in Wien. Sehr früh sollte sein Leben eine entscheidende Prägung erfahren, erkrankte er doch im Jahr 1956 an Kinderlähmung. Seit damals war Maron auf den Rollstuhl angewiesen. Nach der Matura fungierte er als Buchhalter in einem Kurheim und unternahm erste musikalische Ausflüge. Als Sänger und Gitarrist der Band The Bats schnupperte er erstmals Bühnenluft. Die Gruppe löste sich Ende der 60er-Jahre auf, nur wenig später begab sich Maron auf Solopfade.

Größter Hit "Geh no net furt"

1976 folgte seine Debüt-LP "Schön is’ das Leb’n". Nur zwei Jahre später legte er mit "Laut & Leise" nach und setzte sich wie viele Zeitgenossen gegen den Bau des Atomkraftwerks Zwentendorf ein. Dieser gesellschaftspolitische Einsatz fand in der Musik seinen Widerhall, brachte Maron doch das alltägliche Leben auf den Punkt, was man in Liedern wie "Hausmasta" oder der "Ballade von ana hoatn Wochn" bis heute nachhören kann. Mit "Geh no net furt" feierte Maron, der für die KPÖ 1998 und 2003 in Niederösterreich sowie 2013 bei der Nationalratswahl kandidierte, Mitte der 80er-Jahre seinen größten Erfolg. Das auf der von Konstantin Wecker produzierten LP "Unterm Regenbogen" enthaltene Lied hielt sich zehn Wochen in den heimischen Charts.

Ruhiger wurde es Ende der 90er-Jahre um Maron, als er aus gesundheitlichen Gründen seine Live-Tätigkeiten für längere Zeit einstellen musste. Zu diesem Zeitpunkt war er seinen Fans nicht nur als Musiker, sondern auch bereits dank verschiedener Rollen in Film und Fernsehen bekannt, konnte man ihn doch etwa in der ORF-Serie "Tohuwabohu" sehen. Aber auch das Theater war ihm nicht fremd, untermalte er mit seiner Musik beispielsweise Inszenierungen am Theater der Jugend.

Das Album "Dynamit und Edelschrott" aus dem Jahr 2014 sollte Marons letzte musikalische Veröffentlichung bleiben.

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Artikel 21. Juli 2016 - 00:04 Uhr
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