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Krista Stadler jagt Hollywoods Krampus

Österreich im US-Kino: Die Wienerin Krista Stadler, 73, spielt eine Hauptrolle im Streifen "Krampus". Die Schreckensgestalt hat Christoph Waltz den Amerikanern näher gebracht.

Krista Stadler jagt Hollywoods Krampus

Krista Stadler spricht in der deutschen Krampus-Version Vorarlbergerisch, gecoacht von Reinhold Bilgeri. Bild: Steve Unwin

Jetzt hat unser grauslicher alpenländischer Percht auch Hollywood erreicht. Heute läuft der von Michael Dougherty erdachte und inszenierte Gruselstreifen "Krampus" an. Die Universal-Studios haben produziert, "Herr der Ringe"-Meister Peter Jackson hatte beim Dreh in Neuseeland die Oberaufsicht. Die Österreicherin Krista Stadler spielt eine Hauptrolle.

 

OÖNachrichten: Wann und wie haben Sie erfahren, dass Sie dabei sein würden?

Krista Stadler: Es war im März, als sich die Universal-Studios bei meinem Berliner Agenten Klaus Kelterborn meldeten. Es sei ihnen jemand ausgefallen, ob er vielleicht schauen könnte, ob Bibiana Zeller oder Erni Mangold frei wären. Die beiden Damen waren nicht frei, Klaus ließ sich dann eine genauere Beschreibung der Figur schicken.

Und dann?

Er antwortete, dass die beiden ja eher Urgroßmütter wären. Man möge sich doch mich anschauen. Er wurde gebeten, eine Art elektronisches Casting zu machen und nach Hollywood zu schicken.

War damit alles klar?

Noch nicht. Erst hörten wir zwei Wochen nichts, auf einmal kam eine Absage. Wir waren echt beleidigt, weil sie es so eilig gehabt hatten und dann so lange nichts von sich hören ließen. Das war an einem Freitag. Am Samstag meldete sich die Casting-Chefin und fragte, was denn mit dem Band los wäre. Klaus erklärte, das sei längst in ihrem Büro. Sie meinte, da habe wohl ihre Assistentin etwas verschusselt. Innerhalb von zwei Stunden hieß es dann: ab nach Neuseeland.

Wie lang waren Sie dort?

Neun Wochen. Denn die Handlung spielt nur in einem Haus und davor. Dort kommt es zum Treffen einer schrecklichen Familie. Und alle werden vom Kramperl ordentlich bestraft. Ich bin die Großmutter. Selbst wenn ich keine Dialoge habe, sitze ich im Bild.

Sicher haben Sie Michael Dougherty gefragt, wie er überhaupt auf diese Idee gekommen war?

Er hat etliche Perchtenläufe erlebt, der Krampus-Mythos hat ihn seither fasziniert. Er hat sich eine stattliche Sammlung von Dingen zugelegt, die alle mit dem Kramperl zu tun haben. Er ließ daraus ein Buch machen, das er uns allen geschenkt hat.

Welchen Anteil hat Christoph Waltz an diesem Projekt. Der hat ja 2014 im US-Fernsehen den Krampus ausführlich erklärt?

Weil da bereits Ankündigungs-Plakate für unseren Film hingen. Er hat dann den erstaunten Amis den Brauch und die bucklig-zottelige Kreatur mit langen Hörnern und langer Zunge beschrieben, die die Kinder erschreckt. Die Amis waren ganz perplex, aber sie wurden neugierig ...

Haben Sie Peter Jackson getroffen?

Klar. Wir drehten ja in seinen Studios. Er hat das Team auch in sein Haus in Wellington eingeladen, drei Köche engagiert und uns fürstlich bewirtet.

Welche Erinnerungen an den Krampus haben Sie persönlich?

Er kam in die Schule, wenn wir nicht brav waren. Für mich war er die Personifizierung des eigenen schlechten Gewissens.

Haben Sie sich gefürchtet?

Wirklich gefürchtet habe ich mich immer vor falschen Menschen, denen ich oft zu spät auf die Schliche gekommen bin.

Obwohl Sie ja nie auf den Mund gefallen waren?

Ja, ich galt als resche Godel. Aber das war nie ganz echt, eher ein Schutz. Weil ich nie liebdienerisch wirken wollte. Inzwischen bin ich wesentlich ruhiger geworden. Im Alter muss ich mich viel weniger entschuldigen als früher.

Die Darstellerin und ihr FIlm

Krista Stadler stand auf zentralen Wiener Bühnen, trat in TV-Produktionen auf (Soko Donau, Rosamunde Pilcher) und drehte u. a. mit Peter Weck („Wirklich schade um Papa“, 1993), Karin Brandauer (über die sie eine Doku realisierte) und Marvin Chomsky („Strauss Dynastie“, 1990).

Kritik: Von der hektischen Adventzeit gezeichnet, versammelt sich die Familie von Max (Emjay Anthony) im Haus der Tante. Toni Colette und Adam Scott als Eltern, Krista Stadler als Omi. Es folgt ein cleverer Wechsel zum soliden Gruselschocker, mit einem eiskalten Auftritt des „Krampus“ (maf)
Krampus: USA 2015, 98 Min

Video: Christoph Waltz erklärt 2014 in der „Tonight Show“, wer der Krampus ist.

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Artikel Ludwig Heinrich 04. Dezember 2015 - 00:04 Uhr
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