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Kirchschlager und Dorfer machen sich einen Karl

LINZ. Der Opernstar und der Kabarettist sind am 16. Juni im Musiktheater zu erleben.

Kirchschlager und Dorfer machen sich einen Karl

Am 16. Juni gastiert das ungleiche Duo Angelika Kirchschlager und Alfred Dorfer mit „Tod des Pudels“ im Musiktheater. Bild: E&A

Vergessen Sie alles, was Sie geglaubt haben, über Liederabende zu wissen. Kabarettist Alfred Dorfer und die gefeierte Mezzosopranistin Angelika Kirchschlager geben diesem Format mit "Tod eines Pudels" einen neuen Anstrich. Am 16. Juni ist diese Verschmelzung von Spaß und Schönheit im Musiktheater zu erleben. Die OÖN haben mit den beiden gesprochen.
 

OÖN: Wie sind Sie beide aufeinandergeprallt?

Alfred Dorfer: Vor sechs Jahren hatte ich eine ORF-Sendung im Rahmen des Kulturmontags. "Artgenossen" hieß die, bei der ich Leute aus Kunst und Wissenschaft interviewt habe. Wir haben ungeschnitten eine halbe Stunde lang durchgesprochen. Ein Gespräch fand mit Angelika Kirchschlager statt. Dort haben wir uns zum ersten Mal gesehen. Jetzt gibt’s im Wiener Konzerthaus die Reihe "Klassik und Komik", und man ist an uns herangetreten, ob wir einen gemeinsamen Abend machen wollen.

Was wussten Sie davor von der Kunst des jeweils anderen, wie war Ihr Respekt voreinander?

Dorfer: Ich musste als Kind klassisches Klavier lernen, seitdem habe ich einen starken Bezug zur Klassik – und es ist auch die einzige Musik, die ich höre. Ich liebe dieses Genre, deshalb liebe ich auch Menschen, die in diesem Genre absolute Weltklasse sind. Meine Bewunderung für die Frau Kirchschlager ist deshalb viel riesiger als ihre für mich. Angelika Kirchschlager: (lacht) Ich hatte mit seiner Branche bisher nicht viel zu tun, zum Glück haben wir uns nun kennengelernt – und meine Bewunderung für ihn ist ins Maßlose gestiegen. Das Famose ist, dass er ja auch seine eigenen Stücke schreibt. Ich kann überhaupt nicht nachempfinden, wie es ist, wenn man sich zuerst etwas ausdenkt, es dann in Form bringt und dann noch selbst vor Publikum verantwortet. Mich erlebt man ja nur mit Stücken, die von Genies stammen. Ich sitze auf deren Schultern und bekomme dafür Applaus.

Mussten Sie sich Ausflüge in die vermeintliche Populär-Kultur erst trauen, weil Ihre Branche darüber oft die Nase rümpft?

Kirchschlager: Genau das ist schade, dass die Klassiker diesbezüglich so streng sind. Natürlich kann jeder selbst entscheiden, was er macht, aber warum muss man sich zwischen musikalischen Stilen entscheiden? Im Dezember singe ich in Zürich in der Oper, danach in München, im Theater an der Wien und an der Staatsoper. Das wird dann so als Leuchttürme verstanden, aber dazwischen darf ich auslaufen.

Worum beneiden Sie Dorfer?

Kirchschlager: Darum, dass er nicht singen muss (lacht).

Und umgekehrt?

Dorfer: Dass sie in der Oper für jedes Detail einen Zuständigen hat. Ich muss mich um Requisiten und alles selbst kümmern. Wenn sie ins Haus kommt, fallen fünf Menschen über sie her, die sie mit Kostüm, Maske und Essen versorgen.

Herr Dorfer, es wirkt, als seien Sie in einer Lebensphase, in der Sie alles, wozu Sie nie Zeit gehabt haben, erledigen: Sie haben Ihre Doktorarbeit geschrieben, jetzt wollen Sie singen lernen. Warum?

Dorfer: Das hat den gleichen Grund, warum Menschen im Alter anfangen, Aquarelle zu malen – weil ihnen fad ist. Der Schritt ist aber nicht so groß. Ich habe schon früher mit meiner Stimme gearbeitet, um beim Sprechen richtig zu atmen. Nur zum Singen ist meine Stimme nicht zu gebrauchen. Frau Kirchschlager sagt, ich sei Tenor. Das enttäuscht mich, ich hätte mich als Bariton eingeschätzt.

Wie kam es zur Musikauswahl?

Kirchschlager: Mit dem Beethoven-Lied "Elegie auf den Tod eines Pudels" werden wir beginnen, es ist auch der Namensstifter des Abends. Naja, ich sag’s einmal so: Das ist ein unsägliches Lied. Wenn man das hört, wird man nie wieder in einen Liederabend gehen. Ich weiß gar nicht, ob Beethoven auch den Text selbst geschrieben hat, aber es geht darum, dass sein geliebter Pudel gestorben ist. Ein ausgezeichneter Beginn, stimmt’s?

Wie geht’s weiter?

Kirchschlager: Wir treffen auf unserem Weg auf Lieder, die zu den Themen unseres Gesprächs passen. Von Oper bis lustige Lieder – und wir unterhalten uns etwa darüber, wie man eine Hosenrolle singt.

Darf Herr Dorfer auch singen?

Kirchschlager: (lacht) Wir singen ein Brahms-Duett zusammen, er hat Stimme, er macht das gut.

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Artikel Peter Grubmüller 09. Juni 2018 - 00:04 Uhr
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