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Junge Linzer Medienkunst: Publikum ist Teil des Werks

"Time Out .07": Die Jahresausstellung des Kunstuni-Studiums "Zeitbasierte und interaktive Medien" ist im AEC zu sehen.

Junge Linzer Medienkunst: Publikum ist Teil des Werks

Der "Wachstropf" von Domas Schwarz wächst und schmilzt. Bild: AEC

Die siebente "Time Out"-Ausstellung im Ars Electronica Center (AEC) spiegelt die Vielfalt des Bachelorstudiums "Zeitbasierte und interaktive Medien" der Linzer Kunstuni wider. Zu sehen sind neun ausgewählte Projekte.

Die Herangehensweisen der Studierenden sind verschieden: Während die einen sich intensiv mit persönlichen, gesellschaftlichen oder historischen Themen beschäftigen, gehen andere von technischen Experimenten aus.

Das Publikum wird bei mehreren Arbeiten vom Betrachter zum Teil des Werks. Dominik Galleyas "Eyes to the Ground" fordert vollen Körpereinsatz: Mit jedem Sprung auf einem Trampolin erscheint auf einer Leinwand ein neues Foto. Katharina Pichlers Spiegelinstallation "Reframing" lädt ein, sich selbst und andere aus neuen Blickwinkeln zu betrachten. Eine Auseinandersetzung mit (scheinbaren) Makeln regt Marlene Reischls Installation "All of us" an: Durch das Betasten des eigenen Körpers erscheinen auf einer Leinwand Großaufnahmen von Narben verschiedener Menschen an den entsprechenden Körperstellen. Wie klingt "Zuhause"? Bei Lisa Bickels Arbeit "Heimkommen" ertönen durch das Einschalten von Glühbirnen, die von der Decke hängen, heimelige Geräusche, wie das Tropfen eines Wasserhahns. Clemens Niels mit Mikrofonen ausgestattete Grußkarten, die sich automatisch öffnen, spielen nicht das erwartbare "Happy Birthday", sondern Geräusche aus der chinesischen Fabrik, in der sie hergestellt wurden. Katharina Gruber bringt Bewegung in die Hochgeschwindigkeitsaufnahmen des Fotopioniers Eadweard Muybridge, und Sarah Hiebls Computerspiel hat das Verlieren von Freundschaften zum Thema. In Domas Schwarz’ "Wachstropf" verschmilzt Natur mit Technik: Zapfen aus Wachs bilden sich um eine Glühbirne, schmelzen beim Einschalten der Lampe durch die Hitze und wachsen nach dem Ausschalten und Abkühlen wieder als Zapfen heran. Auch Fabian Erblehners "atmendes" Kugelobjekt spielt mit der Grenze zwischen Natur, Technik und Kunst.

Die technische Qualität der Werke beeindruckt ebenso wie die kreativen, teils spielerischen, teils poetischen Ideen der Studierenden, für die die Teilnahme bei der "Time Out" Auszeichnung und Übung zugleich ist. (hw)

Ausstellung: "Time Out .07", AEC Linz; Di, Mi, Fr 9-17, Do 9-19, Sa, So, Fei 10-18 Uhr.

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Artikel 24. Mai 2017 - 00:04 Uhr
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