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"Hinterland": Mundart-Rap trifft Nockalm Quintett

Die Mission der oberösterreichischen Mundart-Sprechgesangs-Kapelle »Hinterland« ist klar: Hip-Hop soll endlich sein Mauerblümchendasein aufgeben und zur neuen »Voixsmusik« werden!

musikszene oberösterreich

„Hinterland“ Bild: tontraeger records

Mit ihrem zweiten Album bereiten Akinyemi, Sam und DJ Abby Lee Tee den Boden für die großmundig versprochene musikalische Revolution. Ob es dem Trio – wie im Titelsong angekündigt – tatsächlich gelingt, „Hits wie das Nockalm Quintett“ zu produzieren, sei vorerst dahingestellt. Ein sehr feines Album ist „Voixsmusik“ aber trotzdem geworden.

Der seit 2001 aktiven Mühlviertler Combo gelingt in den insgesamt 18 Stücken elegant, und dabei überaus entspannt, der Spagat zwischen bierseligen Party-Stimmungsliedern und ernsten, reflektierten Nummern, ohne gleich mit dem erhobenen Zeigefinger zu drohen.

Frauen, Party und Gerstensaft – viele der Themen, über die das Trio rappt, sind beileibe nicht neu. Selten wurden diese aber so witzig und pointiert verhandelt wie auf diesem Album. Das famose „Heid schlof i auf da Couch“ etwa widmet sich dem Problem, nach durchzechter Nacht wieder den beschwerlichen Weg nach Hause zu finden. (Zitat: „I bin wie a Fernfahrer – volltankt und ewig untawegs“). Eine gereimte Anleitung, wie man trotz des harten Loses als Rap-Star (Frauen, Geld und Erfolg) die zukünftigen Schwiegereltern von der eigenen Seriosität überzeugt, bietet das witzige „Schwiegarapper“.

Nur ein winziges „zaunradl“

Nachdenklichere Töne schlägt das Trio in „Unareicht“ an, bei dem Mary Lamaro, Sängerin der Mary Broadcast Band, den Refrain beisteuert. Der politischste Track des Albums ist aber ohne Zweifel das eindringliche „Rebönmusik“, das geschickt die Frage behandelt, wie der Einzelne als winziges „zaunradl“ in einer Welt der Intoleranz und Gleichgültigkeit noch etwas bewirken kann.

Fazit: Mit „Voixsmusik“ ist den drei Herren von „Hinterland“ ein knackig produziertes Album mit Herz UND Hirn gelungen. Feine Sache! (ll)

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Artikel 17. Juni 2011 - 00:04 Uhr
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