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"Hallo, hier spricht John Doe. Interessiert an Daten?"

Panama-Papiere: Wie aus einer kurzen E-Mail die Enthüllungsgeschichte des Jahrzehnts entstand.

Panama-Papiere: "Hallo, hier spricht John Doe. Interessiert an Daten?"

Vor circa einem Jahr kontaktierte eine anonyme Quelle die "Süddeutsche Zeitung" mit brisanten Informationen. Bild: SZ

2,6 Terabyte, 11,5 Millionen E-Mails, PDFs, Fotos und Datenblätter, 214.000 Briefkastenfirmen: die "Panama Papers" sind das größte Daten-Leak, mit dem Journalisten je gearbeitet haben. Eine Enthüllungsstory, die die Finanz- und Politwelt erschüttert; eine Geschichte, deren geopolitische Implikationen nicht absehbar sind.

Und die ihren Anfang vor etwas mehr als einem Jahr mit einer kurzen E-Mail an das Investigativ-Ressort der "Süddeutschen Zeitung" nahm. "Hallo, hier spricht John Doe. Interessiert an Daten?", fragt ein anonymer Schreiber. SZ-Reporter Bastian Obermayer zögert nicht: "Hallo. Wir sind natürlich sehr interessiert. Wie kommen wir an die Daten?"

Erste Nachrichten werden hin- und hergeschickt, verschlüsselt. "Warum tun Sie das?" Über wie viele Daten sprechen wir, wie groß wird es?" Nach einem ausgiebigen virtuellen Beschnuppern ist klar: "John Doe" – das US-Äquivalent zu unserem "Max Mustermann" – ist kein Wichtigtuer, kein Aufschneider. Sondern ein seriöser "Whistleblower", der im Besitz der Geheimnisse der panamaischen Kanzlei "Mossack Fonseca" ist. Die der "Süddeutschen" zugespielten Daten reichen zurück bis in die 70er-Jahre und zeichnen ein erschreckendes Bild: 500 Banken aus aller Welt haben die Dienste der Kanzlei für ihre "diskreten Geschäfte" genutzt. Sprich, mittels Briefkastenfirmen die Vermögen von Politikern, Betrügern und Drogenschmugglern, aber auch von Milliardären, Prominenten und Sportlern an der Steuerfahndung vorbei verwaltet. Ein schmutziges Geschäft, dessen Ausmaße die Kapazitäten der in München verlegten Zeitung übersteigen, alleine zirka 4,8 Millionen E-Mails sind durchzusehen.

400 Journalisten aus 80 Ländern

Schnell ist klar: Globalisiertes Verbrechen braucht globalisierte Recherche. Die "SZ" nimmt Kontakt mit dem "Internationalen Konsortium für Investigative Journalisten" in Washington auf. Gemeinsam starten sie das größte Rechercheprojekt der Geschichte. Zwölf Monate lang sichten, kategorisieren und bewerten 400 Journalisten aus 80 Ländern die brisanten Dokumente. Kein Wort dringt nach außen. Kein Medium veröffentlicht Vorab-Infos. Vergangenen Sonntag präsentieren 109 Zeitungen, TV-Stationen und Online-Medien in 76 Ländern gleichzeitig die Ergebnisse – mit weltweitem Echo. Und das ist erst der Anfang

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Artikel Lukas Luger 06. April 2016 - 00:04 Uhr
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