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"Größenwahnsinnig waren wir auch"

Das Linzer Johann-Strauß-Ensemble feiert heuet sein 30-jähriges Bestehen.

"Größenwahnsinnig waren wir auch"

Am Sonntag "Auf Flügeln des Gesanges" im Musiktheater Bild: JSE

Am Sonntag (11 Uhr) schwingt sich das Linzer Johann Strauß Ensemble wieder "Auf Flügeln des Gesanges". Es ist der vierte Teil des interessanten Zyklus’ im Linzer Musiktheater, diesmal unter der Leitung von Dirigent Marc Reibel, Tenor Pedro Velázquez Diaz gewährleistet kulturellen Mehrwert.

Der Mexikaner in Diensten des Landestheaters hat zusammen mit den Kontrabassisten Antonio Cortes-Cortez und Filip Cortés-Schubert musikalische Identifikationen seinen Herkunftslandes gesammelt, die zum Abschluss zu hören sein werden. "Dazu gibt es Suppe, jeweils aus dem Land unseres Gastes, weil wir wollen, dass das Publikum mit den Sängern und mit uns ins Gespräch kommt", sagt Erich Buchmann, Kontrabassist, Stimmführer im Bruckner Orchester und Gründer des Johann Strauß Ensembles.

Mit Roland Neuwirths Hilfe

Der Klangkörper wird heuer 30 Jahre alt und ist im besten Sinne so etwas wie eine oberösterreichische Institution, obwohl Buchmann gebürtiger Wiener ist. Seit 1976 lebt er in Linz, weil das Bruckner Orchester Kontrabassisten gesucht hat. "Meine beiden Onkel waren bei den Wiener Symphonikern, der eine, Leopold, war außerdem Geiger beim legendären Strauss-Ensemble der Symphoniker. Als ich nach Linz gekommen bin, hab’ ich festgestellt, dass es hier in dieser Richtung nichts gibt", sagt Buchmann. Es war die Zeit, als das Bruckner Orchester maßgeblich vergrößert wurde – "und größenwahnsinnig waren wir auch" –, als die Idee geboren wurde, so ein Ensemble auch in Linz einzupflanzen. Eine der wichtigsten Entwicklungsschritte sei das Arbeiten mit Roland Neuwirth gewesen, "er hat uns das Wienerlied im Mahlerschen Sinn erst so richtig beigebracht", sagt Buchmann – und weiter: "Jeder dachte damals, das kenn’ ich eh, aber zwischen Kennen und Können liegen Welten."

Elfmal war das Ensemble bereits auf Rumänien-Tournee, von 22. bis 28. April geht es für sechs Konzerte erneut in dieses Land. Am 12. Juni ist ein Konzert während "Der Langen Nacht der Bühnen" geplant, am 7. Juli folgt ein Abend im Hof des Landhauses – "und am 6. November feiern wir unseren Dreißiger im Brucknerhaus."

Mehr als 70 Prozent der Musiker sind von Beginn an dabei. Das sagt einiges über die gute Atmosphäre der umtriebigen Formation. Das Ensemble hat Konzerte in England, Frankreich, China, Japan, Australien, Monte Carlo, Abu Dhabi, Dubai und in Singapur gespielt, für 2016 sind Reisen nach Frankreich und Italien geplant. Buchmann: "Wir tun das, weil es uns eine Herzensangelegenheit ist – und bevor wir gezwungen werden, einen Schmarrn abzuliefern, hören wir lieber auf."

Aus Gründen künstlerischer Unverhandelbarkeit hat das Ensemble auch einst seine Auftritte in Japan verloren. "Unsere Konsequenz haben wir damals zwar bezahlt, aber immerhin wir sind uns treu geblieben."

 

Auf Flügeln des Gesanges

Sonntag, 11 Uhr, Musiktheater, Dirigent: Marc Reibel, Tenor: Pedro Velázquez Diaz.

Programm: Felix Mendelssohn Bartholdy: „Auf Flügeln des Gesanges“, „Neue Liebe“, „Gruß“, Richard Strauss: „Zuneigung“ op. 10/1, Arthur Schnitzler: „Liebelei – Walzer“, Wolfgang A. Mozart: „Per Pietá, Non Ricerata“, Claude Debussy: „Prélude à l’apres-midi d’un faune“, Gustav Mahler: „Das Lied von der Erde“, „Von der Jugend“, „Der Trunkene im Frühling“, Igor Strawinski: „Ragtime“, Agustin Lara: „Granada“.

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Artikel Peter Grubmüller 28. März 2015 - 00:04 Uhr
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