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Glitzernde Festspiele: Hunderttausende Kristalle zieren die Kostüme

In den Kostümwerksätten für die Salzburger Festspiele wird jetzt noch fleißig gearbeitet.

Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler präsentiert die für Mozarts "Zauberflöte" mit Swarovski-Kristallen besetzten Kostüme. Bild: APA

Eineinhalb Wochen vor Beginn der Salzburger Festspiele wird in den Kostümwerkstätten emsig gearbeitet. Hunderte Arbeitsstunden sind notwendig, um die Kostüme von drei Opernproduktionen mit Hunderttausenden Swarovski-Kristallen zum Glitzern zu bringen. Eine vielversprechende "Kostprobe" präsentierten die Festspiele am Mittwoch in der Fördererlounge vor Medienvertretern. 

"Wir sind noch mitten in der Produktion. Die Kostüme für die Zauberflöte sind so weit fertig, dass wir sie auf den Puppen zeigen können", schilderte der Leiter von Kostüm und Maske, Jan Meier, im APA-Gespräch. Schon von weitem funkeln dem Betrachter die mit mehreren 10.000 Kristallen versehenen 1.500 Rauten an den fünf clownesken Kostümen der "Poodle Checker" entgegen, in die der Staatsopernchor schlüpft. "Die weißen Kragen sind echte Tortenuntersätze", erklärte Ursula Kudrna. Sie ist als Kostümbildnerin für "Die Zauberflöte" engagiert, die erste Oper in dieser Saison hat am 27. Juli Premiere. Kudrna arbeitet bereits seit zehn Jahren mit Regisseurin Lydia Steier zusammen, die die Geschichte der "Zauberflöte" aus der Sicht von drei Knaben aufrollt.

Königin der Nacht

Das Kleid der Sängerin Albina Shagimuratova als "Königin der Nacht" ist mit aufwendigen Stickereien und aus Hand gesetzten Kristallen verziert. 80 Arbeitsstunden wurden allein für dieses Kostüm investiert. Zwei silber funkelnde Kleider im Stil eines Achterkragen, auf dem jeweils ein "Bärenkopf" sitzt, stechen ebenfalls ins Auge. Das Bärenfell wurde auf einem Kletterhelm befestigt, damit der Bärenkopf gut auf dem Kopf des Akteurs hält. Die Bären-Zunge hängt sabbernd aus dem Maul. Die Figuren der Oper aus der Traumwelt der drei Kinder wurden fantasievoll umgesetzt.

Auf der Bühne wird es jedenfalls kräftig funkeln. Kristalle zieren sogar die weißen Schürzen der Rot-Kreuz-Schwestern "Birthday Nurses". Keine Frage, alleine die rund 200 Kostüme für Mozarts "Zauberflöte" dürften ein Hingucker für das Publikum werden. Funkelnde Kristalle kommen auch bei zwei weiteren Opern zum Einsatz, in Monteverdis "L'incoronazione di Poppea" und in Tschaikowskis "Pique Dame". In "L'incoronazione di Poppea" wachsen aus der Krone von Nerone, die rund 400.000 Einzelkristalle trägt, funkelnde "Schlangen" heraus. Die mit 100 Blüten verzierte Krone von Poppea in Form eines Vogelkäfigs besteht immerhin noch aus 150.000 Einzelkristallen.

Glitzernde Ideen

"Wir arbeiten das sechste Jahr mit Swarovski zusammen - zwei Weltmarken, die für ihre Qualitäten berühmt sind", sagte Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler. Qualität sei auch das Gründungsstatement der Salzburger Festspiele gewesen. "Für uns ist das eine einmalige Möglichkeit, die Ideen von Ursula Kudrna und Jan Meier zum Glitzern zu bringen." Swarovski habe wiederum die Möglichkeit, auf einer internationalen Bühne zu zeigen, wie ihre Produkte wirken können, sagte Rabl-Stadler. "Ich habe die erste Zeichnung von Kudrna vor fünf Monaten gesehen. Heute sehe ich die Realität, die weicht keinen Millimeter ab", lobte Swarovski-Projektmanager Günther Holzhammer die gelungene Umsetzung.

Bisher haben die Festspiel-Werkstätten die Kostüme für eine Produktion vollkommen fertiggesellt, und zwar für das Schauspiel "Jedermann", das am 22. Juli Premiere hat. Die Buhlschaft wird wie jedes Jahr ein anderes Kleid tragen als im Vorjahr, "das muss man so machen", sagte Jan Meier. Wie das Kleid aussehen wird, verriet er aber nicht.

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Artikel 11. Juli 2018 - 15:24 Uhr
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